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Ateliers müssen weichen : Bauboom bringt Künstler in Bedrängnis

  • -Aktualisiert am

Das Werksviertel auf dem ehemaligen Pfanni-Gelände hinter dem Münchner Ostbahnhof. Im Hintergrund thront die Medienbrücke. Bild: SZ Photo

Der Bauboom hat Schattenseiten: Wenn neue Wohnungen entstehen, müssen Künstler oft weichen. In vielen deutschen Städten bringt das die Künstlerszene zum Verzweifeln. Wir zeigen wo.

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          Über die künstlerische Qualität vieler Neubauten kann man streiten. Doch selbst wenn sie künstlerisch wertvoll sein sollten, sind sie eine Gefahr für die Kunst. Denn für viele neue Häuser müssen zuhauf alte weichen. Städtische Industriequartiere werden „umgewidmet“, wie es im Stadtplanerdeutsch heißt, oder alte Gewerbehallen plattgemacht. Alles Orte, an denen bisher vorwiegend Künstler ihre Ateliers hatten. Der Kunstpark Ost und der Domagk-Park in München sind Beispiele dafür, das Gängeviertel in Hamburg ein weiteres. In Berlin musste das Atelierhaus Tacheles dem Wohnungsbau weichen, die Uferstudios wurden verkauft. Und um die Kunsträume in der Prenzlauer Promenade ringen die Beteiligten noch. So müssen sich Künstler in ohnehin überfüllten Metropolen immer öfter neue Arbeitsräume suchen, zu immer höheren Mieten. Dabei können viele sie schon jetzt nicht mehr bezahlen.

          Inzwischen haben Künstlervereine und Kunstbeauftragte vielerorts den Raumnotstand ausgerufen. „In München, Hamburg oder Frankfurt haben Künstler schon länger Schwierigkeiten, bezahlbare Ateliers zu finden, aber auch in Berlin ist es in den vergangenen Jahren deutlich schwerer geworden“, sagt Martin Schwegmann, der Planer und Stadtforscher ist und neuer Atelierbeauftragter der Stadt Berlin: „Nach dem Mauerfall konnte man überall leere Häuser zur Zwischennutzung finden. Heute gibt es die kaum noch. Zudem explodieren die Mieten, und die Zahl der Start-ups nimmt rasant zu. Deshalb liefern sich Künstler und Gewerbe einen Riesenverdrängungsprozess in dieser Stadt.“ Im Gegensatz zum Wohnraum gibt es für Gewerberäume keinen Schutz. Der Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Berlins meldet deshalb regelrechten „Ateliernotstand“ und protestiert.

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