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Wohnen in Bielefeld : Hier macht Dr. Oetker selbst das Licht aus

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„Wir haben eine viel größere Nachfrage nach Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen, als wir bedienen können, und da ist kein Ende in Sicht“, bestätigt auch Dirk Vormfenne, der Leiter des Immobiliencenters der Bielefelder Sparkasse. Die Nachfrage ziehe sich vom Hochpreissegment bis zu günstigeren Objekten in allen Größen. „Seit einigen Jahren ist viel Bewegung bei Einfamilienhäusern der 1950er bis 1970er Jahre zwischen 100 bis 130 Quadratmetern, die durch den Generationenwechsel auf den Markt kommen und bei den Käufern sehr beliebt sind.“

An der Bratwurstbude am Jahnplatz treffen sich Alteingesessene und Zugezogene.

Stark gefragt seien zudem Wohnungen in der Innenstadt: „Eine ganz neue Käufergruppe um die 60 Jahre sucht Immobilien im Zentrum mit seinen vielen Cafés, Boutiquen und Ärzten, dazu mit guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, da Unabhängigkeit im Alter auf dem Wohnungsmarkt neu interpretiert wird“, sagt der Immobilienfachmann. Immer mehr Bielefelder dieses Alters verkauften ihre Häuser in den Randlagen, um sich mit hoher Lebensqualität in der Innenstadt zu verkleinern. Stimmungsvolle Altbauten sind durch die Kriegsschäden schwer zu finden. Sehr beliebt sind die grünen Hanglagen um den Teutoburger Wald, die Stadtteile Hoberge, Theesen und das studentisch geprägte Viertel um den Siegfried-Platz, das jedoch wenig Entwicklungsmöglichkeiten hat. Mit dem Neubau der Fachhochschule und der Erweiterung der Uni prognostiziert Vormfenne im Bielefelder Westen künftig noch mehr Wohnraumprobleme. „Wir brauchen dringend ein Verkehrskonzept mit öffentlichem Nahverkehr und besserer Verkehrsführung, das die Stadt entlastet“, heißt es dazu von der Industrie- und Handelskammer, wo immer wieder Klagen über Staus und unkoordinierte neue Verkehrsführungen auflaufen.

Bezahlbare Wohnungen und Häuser sind auch für die IHK ein wichtiges Thema, da in der Region der Fachkräftemangel in fast allen Branchen ein zunehmendes Problem ist. Und auch wenn sich die Bielefelder Start-up-Szene vor der israelischen nicht verstecken muss: Das legendäre Bielefelder Regenwetter kann mit der Wärme Tel Avivs nicht mithalten. Doch da tröstet der Ostwestfale sich mit Blick auf die vielen neuen Cafés gern mit der alten ostwestfälischen Weisheit: „Sonne – tut ja nich so nötich.“

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