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Wohlwagen : Wenn das Haus mit umzieht

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Die Produktion besteht aus dem Fahrwerksbau – ihn führt ein anderer Betrieb durch, der fast ausschließlich für Wohlwagen arbeitet –, dem Fenster- und Türenbau, der Isolierung, der Möblierung und der vorherigen Trocknung des Holzes. Zudem müssen die Elektrik und die Anschlüsse für Wasser, Strom und Abwasser gelegt werden. Oft könne der Wagen einfach an die vorhandenen Leitungen und Netze angeschlossen werden. „Ansonsten können auch eigene Brunnen für die Wasserversorgung genutzt werden, oder es werden eigene Wärmepumpen oder Solaranlagen montiert“, sagt Borghorst.

Beratung zur Baugenehmigung

Man berät die Kunden zum Thema Baugenehmigung. „Es gibt kein Gesetz, welches das Baurecht ganz genau bestimmt. Das liegt daran, dass der Wohlwagen weder ein Bauwerk noch ein zulassungspflichtiges Fahrzeug ist“, erklärt Borghorst. Er empfiehlt seinen Kunden, das Vorhaben mit den Nachbarn abzusprechen. „Wenn dabei keine Probleme auftreten, gibt es auch mit der Baubehörde keine Probleme.“

Die Schwierigkeiten, die bisher aufgetreten seien, habe man in der Regel schnell und einfach beseitigt, indem der Wagen im Nachhinein genehmigt oder lediglich um ein paar Meter verschoben worden sei. In vielen Kommunen würden die Wohlwagen als Bauwerk eingeordnet und brauchten eine vereinfachte Baugenehmigung.

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So sieht es im Häuschen aus : Das Innere eines Wohlwagens

Die Wohlwagen sind den aus Amerika stammenden Tiny Houses sehr ähnlich. Tiny Houses sind nach Angaben der Internetseite tiny-houses.de bis zu 37 Quadratmeter groß. Sie sind maximal 3,5 Tonnen schwer, damit sie mit einem Fahrzeug auf der Straße gezogen werden können. Die Wohlwagen wiegen hingegen rund 8 Tonnen oder mehr. „Das Gewicht spielt bei uns eine untergeordnete Rolle. Die Wagen müssen stabil sein und aus gutem Material bestehen, damit sie langlebig und pflegeleicht sind“, erklärt Borghorst. Als Material verwendet man Lärche, Kiefer und junge Fichte.

Meistens Hauptwohnsitz

Die meisten Kunden nutzen den Wohlwagen als Hauptwohnsitz. Durch die Isolierung und einen serienmäßigen Ofen ist das auch bei kalten Temperaturen gut möglich. Die Kunden wohnen auf einem vor der Anschaffung des Wohlwagens gekauften Grundstück oder auf ihrem vorherigen Grundstück. Manche pachten auch ein Grundstück. Es leben Einzelpersonen sowie Paare mit einem und sogar mit mehreren Kindern in den kleinen Häusern.

Christine Runge wohnt seit zehn Jahren in ihrem Wohlwagen, nahe Lüneburg mitten im Wald auf einem eigenen Grundstück. Sie konnte sich damals nicht vorstellen, sich von 90 auf 28 Quadratmeter zu verkleinern. Das Modell mit 28 Quadratmetern war aber das einzige Modell des Unternehmens. So entstand auf ihren Wunsch das Modell XL mit 46 Quadratmetern. Sie habe damals nach etwas Mobilem gesucht, weil ein Arbeitsplatzwechsel bevorgestanden habe und sie nicht gewusst habe, wohin es sie in Deutschland noch ziehe, erklärt Runge. Sie hat ein Schlaf-, ein Ess- und ein Badezimmer sowie eine Küche, einen Arbeitsbereich und einen begehbaren Kleiderschrank.

Die Vorteile des neuen Wohnens beschreibt sie als „Befreiung, zum Beispiel von Klamotten, die man sowieso nie trägt“. Ihr Wunsch sei schon lange ein Garten gewesen, dieser sei nun ein bisschen größer. „Ich werde wahrscheinlich nie wieder wegziehen, dafür ist es hier einfach zu schön. Es ist ein Traum. Ich muss mich öfter mal zwicken.“

Der Artikel stammt aus dem Schülerprojekt „Jugend und Wirtschaft“, das die F.A.Z. gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Banken veranstaltet.

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