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Fluchende Kunden : Handwerker verzweifelt gesucht!

  • -Aktualisiert am

Not macht Hobbyhandwerker: Wer keinen Profi findet, muss selbst zum Pinsel greifen. Bild: mauritius images

Der Boom am Bau hat eine Schattenseite: Auf Elektriker, Trockenbauer und Fliesenleger warten Kunden mittlerweile oft monatelang. Doch wer ein paar Dinge beherzigt, kommt garantiert schneller zum Zug.

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          Wände gestrichen hat fast jeder schon einmal. Cordula Schmied hat es sogar ziemlich oft getan. Inzwischen hat sie auch gelernt, wie man Wände spachtelt und Parkett selbst verlegt. Dass sie sich nach ihrem Bauingenieurstudium vor 20 Jahren noch einmal intensiv mit Innenausbau befassen würde, hätte die Zweiundvierzigjährige vor ein paar Jahren auch nicht gedacht. Ganz freiwillig hat sich die Autodidaktin das Handwerkern nicht beigebracht. Nachdem sie eine Wohnung kaufte und monatelang keinen Handwerker für die Schönheitsreparaturen fand, nahm die Münchnerin Spachtel und Parkettbohlen selbst in die Hand. „Ich habe zig Angebotsanfragen an örtliche Handwerker geschickt und mehrfach hinter ihnen her telefoniert. Oft bekam ich nicht einmal eine Antwort“, erzählt sie genervt, „da hat es mir gereicht.“

          Es sei selbstverständlich nicht Sinn der Sache, dass Wohnungsbesitzer künftig auf Handwerker verzichteten, sagen Vertreter der Handwerkskammern, aber man müsse derzeit tatsächlich damit rechnen, dass es extrem schwer sei, Fachleute zu bekommen. Cordula Schmied, die nicht mit ihrem richtigen Namen in der Zeitung stehen will, hofft immer noch, dass sie wenigstens bald einen Fliesenleger fürs Bad findet. Diese Arbeit traut sie sich nicht zu. Andere Wohnungsbesitzer und Mieter warten wochenlang auf Schreiner, Küchenmonteure, Maler oder Sanitärfachleute. Derzeit laufe die Konjunktur am Bau und im Innenausbau eben so gut, sagen die Handwerksverbände, dass Kunden vor allem mit einem rechnen müssten: mit sehr langen Wartezeiten.

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