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Schlafzimmer im Blick : Nur schlafen ist nicht mehr genug

Wenn Platz keine Rolle spielt, dann bietet das Schlafzimmer nicht nur Raum für Yoga-Übungen, sondern auch für eine ausgesuchte Möblierung wie hier von RMW. Bild: Hersteller

Ein Raum nur für die Nacht? Welch Verschwendung! Einrichter und Händler haben so schöne Ideen, wie Schlafzimmer wohnlicher werden und das nächtliche Wohlbefinden steigern. Doch es gibt mehr als ein Problem.

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          Na, gut geschlafen? Wirft man einen Blick auf das Angebot an Schlafzimmermobiliar, dann dürfte einer angenehmen Nachtruhe eigentlich nichts im Wege stehen. Es gibt Wasserbetten und die zurzeit sehr beliebten Boxspringbetten, Betten mit Holzrahmen oder stoffbezogen, dazu Matratzen für Bauch-, Seiten- und Rückenschläfer aus Natur- oder Hightechfasern, handgenäht, mit und ohne „aktive Schulterkomfortzone“, neuerdings auch Taschenfederkerne aus Kunststoff und, und, und. Die Auswahl in allen Preisklassen scheint schier unerschöpflich, wie und auf was man sich bettet. Dazu kommen Kommoden, Schränke, Sideboards und Nachttischchen für die Ordnung im Schlafzimmer. Leuchten, Sessel, Bettwäsche und Kissen für Atmosphäre und Behaglichkeit. Die Vielfalt all dessen wird auch die Messe imm cologne zeigen, auf der von diesem Montag an Designer und Möbelhersteller sieben Tage lang Neuheiten präsentieren.

          Birgit Ochs

          Verantwortliche Redakteurin für „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Aus Großbritannien beispielsweise ist erstmals Hypnos vertreten mit seinem Angebot an handgefertigten Luxusbetten, das auf all jene zielt, die royale Opulenz lieben. Der nordrhein-westfälische Hersteller Stiegelmeyer dagegen will mit seiner Kompetenz für Krankenhausbetten auch bei jungen Familien punkten. „Suite eMotion“ heißt ein Modell, das vieles kann, was man von einem Pflegebett erwarten würde. Es ist schwenkbar und lässt sich per Fernbedienung in drei Höhen verstellen, sieht jedoch wohnlicher aus und wird vom Hersteller als idealer Aufenthaltsort gepriesen: für ein Frühstück im Bett, einen Spielenachmittag mit dem Nachwuchs oder einen Fernsehabend. Ach ja, schlafen kann man darin übrigens auch.

          Hypnos macht Betten für Paläste.

          Mit gewohnter Leichtigkeit gehen die Müllerwerkstätten aus dem Niedersächsischen das Thema an. Bockbett (Design Michael Hilgers) heißt das jüngste Modell. Es trägt seinen Namen, weil Kopf- und Fußteile als Handwerksböcke gefertigt sind, verspricht einen unkomplizierten Aufbau und ist ein Fall für alle, die es unkompliziert und puristisch mögen. Anbieter Tempur Sealy aus Steinhagen hingegen wartet mit einer Art Baukastensystem auf, aus dem sich ein Bett nach eigenem Gusto konfigurieren lässt. Um allein nur mal vier prägnante Beispiele aus der Betten-Vielfalt zu nennen.

          „Das Thema Schlafzimmereinrichtung hat ganz klar eine Aufwertung erfahren, für deutsche Verhältnisse fast schon einen Aufschwung“, sagt Ursula Geismann, Sprecherin des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM), und diagnostiziert, dass die Bedeutung des Mobiliars und der Umgebung für den Schlaf zunehmend ins Bewusstsein der breiten Bevölkerung rücke. Man könnte auch sagen: Die Anbieter tun alles dafür, dass wir uns endlich auch im Schlafzimmer richtig einrichten.

          Raum für Raum haben sich im Laufe der vergangenen Jahre die Ansprüche und Bedürfnisse gewandelt. Grundrisse sind offener und flexibler geworden. Das klassische Wohnzimmer hat an Bedeutung verloren. Die Küche hat sich geöffnet – und ist aus der Nische immer mehr ins Zentrum gerückt. Dort wird sie nicht mehr als Arbeitsplatz, sondern als Aufenthaltsort, Begegnungsstätte, ja, Kreativwerkstatt definiert. Der Flur ist nicht mehr nur Wegefläche, sondern wird, wenn irgend möglich, zum Wohnen genutzt. Und nachdem zuletzt auch das Bad zum Wellness-Tempel(chen) umgedeutet wurde, ist nun das Schlafzimmer dran.

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