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Unbesorgt in die Ferien : Wie die Wohnung fit für den Urlaub wird

Selbst wenn es vorm Urlaub viel zu tun gibt, sollte man nicht vergessen, das Haus gut zu hinterlassen. Bild: Picture-Alliance

Wer längere Zeit auf Reisen geht, sollte seine vier Wände auf den Urlaub vorbereiten. Gut, wenn ein Freund oder Nachbar nach dem Rechten sieht. Doch wer haftet, wenn er Schäden hinterlässt?

          2 Min.

          Sommerzeit ist Reisezeit. In vielen Bundesländern haben die Schulferien schon begonnen, in manchen stehen sie noch aus. Wer längere Zeit wegfährt, muss aber nicht nur seinen Koffer packen, er sollte auch seine vier Wände und seinen Garten auf den Urlaub vorbereiten. Schließlich möchte man sein Hab und Gut nach der Heimkehr wieder so vorfinden, wie man es zurückgelassen hat.

          Anne-Christin Sievers
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Besonders wichtig, wenngleich selbstverständlich ist es, die Wohnungstüren immer zweifach abzuschließen und Fenster nicht gekippt zu lassen – sonst gelten sie als offen. Kommt es bei nur zugezogener Tür und gekipptem Fenster zum Einbruch, muss die Hausratversicherung nicht zahlen, weil der Bewohner grob fahrlässig gehandelt hat (Oberlandesgericht Düsseldorf, I-4 U 144/07). Wer einen Zweitschlüssel so versteckt, dass ein Einbrecher ihn zu leicht findet, etwa unter der Fußmatte, bekommt ebenfalls kein Geld von der Versicherung (Oberlandesgericht Frankfurt, 3 U 208/00). Einbrecher lassen sich mit Hilfe von Zeitschaltuhren abschrecken, die Rollos morgens hoch und abends runter fahren oder das Licht an- und ausknipsen und so die Anwesenheit der Eigentümer vortäuschen.

          Am besten ist, ein Freund oder Nachbar sieht regelmäßig nach dem Rechten: Er leert den Briefkasten, gießt die Blumen und füttert die Katze. Auch einen Wohnungsschlüssel sollte man für Notfälle bei ihm hinterlegen und den Vermieter darüber informieren. Denn kommt es in der Abwesenheit eines Mieters zum Wasserschaden oder Brand, so muss der Vermieter möglichst schnell in die Wohnung kommen, um größeren Schaden zu verhindern (BGH, Az.: VIII ZR 164/70). Verschlimmert sich der Schaden, weil der Vermieter keinen Zugang hat, kann der Mieter zu Schadenersatz verpflichtet werden.

          Haftpflichtversicherung kommt für Kosten auf

          Grundsätzlich hat der Mieter eine Obhutspflicht gegenüber seinen vier Wänden: Selbst in seiner Abwesenheit muss er sicherstellen, dass er Schäden in und an seiner Wohnung verhindert. Bevor man losfährt, sollte man daher das Absperrventil der Kaltwasserleitung von Geschirrspüler und Waschmaschine zudrehen und den Stecker elektrischer Geräte ziehen. Sieht die Hausordnung vor, dass der Mieter regelmäßig den Flur oder den Gehweg sauber macht, hat er Termine, die in seinen Urlaub fallen, vorher mit einem Nachbarn zu tauschen oder anderweitig für Ersatz zu sorgen, etwa über eine Reinigungsfirma. Wer längere Zeit nicht zu Hause ist, sollte die Person des Vertrauens auch darum bitten, mehrmals gründlich zu lüften, damit sich kein Schimmel bildet.

          Doch wer haftet, wenn der Haussitter vergisst, die Terrassentür wieder zu verschließen, und Einbrecher das Wohnzimmer ausräumen? Oder wenn er beim Saugen aus Versehen eine kostbare Vase zerdeppert? Zwar gilt dem Bürgerlichen Gesetzbuch zufolge, dass derjenige, der einen Schaden verursacht, für ihn geradestehen muss (§ 823 BGH). Bei Gefälligkeitsdiensten, zu denen das Kümmern um Haus und Garten in den Ferien zählt, stellt die Rechtssprechung uneigennützige Helfer ohne Haftpflichtversicherung aber meist von der Haftung frei und nimmt eine leichte Fahrlässigkeit an. Es gilt ein stillschweigender Haftungsausschluss: Die Richter gehen davon aus, dass sich Freunde und Nachbarn nicht gegenseitig haftbar machen wollen, wenn es bei Gefälligkeitsdiensten zu Schäden kommt – für Hilfsbereitschaft soll man nicht noch bestraft werden.

          Handelt der Helfer grob fahrlässig, Beispiel offene Terrassentür, muss er in der Regel haften. Denn wer sich um fremdes Gut kümmert, hat sorgsam damit umzugehen. Solche Fälle landen oft vor Gericht. Da der Urlauber aber meist auf den Kosten sitzenbleibt, ist es ratsam, im Vorfeld mit Bekannten zu klären, wie man im Schadensfall verfährt.

          Hat der tollpatschige Helfer allerdings eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen, so kommt sie für die Kosten auf. Der Bundesgerichtshof hat 2016 entschieden, dass es egal ist, ob der bei privater, unentgeltlicher Hilfe entstandene Schaden leicht oder grob fahrlässig verursacht wurde (Az.: VI ZR 467/15). Früher wurden Schäden beim Haushüten von den Versicherern nur bei grober Fahrlässigkeit übernommen.

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