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Hochzeitsgeschenke : Das kommt uns nicht auf den Tisch!

  • -Aktualisiert am

Was schenkt man dem Brautpaar zum wichtigsten Tag des Lebens? Bild: StockFood

Hausgeräte, Geschirr und Besteck sind bei Brautpaaren immer willkommen – sagen Hochzeitsratgeber. Stimmt nicht, belegen Umfragen. Die Geschmäcker der Heiratenden haben sich längst geändert.

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          Ehepaare und Bratpfannen – wer daran denkt, dem kommen skurrile Szenen in den Sinn. Eher abwegig dagegen ist der Gedanke an ein strahlendes Hochzeitspaar, das sich unbändig über eine Pfanne freut. Vor Jahren war das noch anders, da galten Bratpfannen, Marmeladenschalen und – allen Ernstes – Hausschürzen als „Sehnsuchtstraum jeder Braut“. Das ist zumindest das, was Frauenzeitschriften noch 1955 zur Standard-Aussteuer erklärten. Und auch lange Jahre danach ließen sich junge Frauen zur Hochzeit allerlei Tisch- und Bettwaren und Dinge für den Hausrat schenken. Die Braut brachte die Aussteuer mit, so war es der Brauch, während Männer ihre eigene Ausbildung zur gemeinsamen Zukunft beisteuerten.

          Aber die Geschmäcker und Gepflogenheiten ändern sich, auch bei den Hochzeitsgeschenken. So wurden aus den Pfannen vielteilige Topfsets, man schenkt Tafelgeschirr und Besteck. Auch silberne Kerzenständer und Servierplatten zählten zu beliebten Hochzeitsgaben, wenn man Ratgebern und Designplattformen im Internet glauben darf. Wenn zwei sich heiraten, „sind Haushaltsgegenstände immer willkommen“, sagen sie. Aber ist all das wirklich noch gewollt?

          Gleich ein Geschirr für zwölf Personen?

          Ja, das komplette Kaffee- oder Essservice steht immer noch ganz oben auf der Liste der Geschenkewünsche, also auf den Hochzeitstischen, die sich Paare zusammenstellen, heißt es bei der Warenhauskette Galeria Kaufhof. Platz zwei der Liste belegt demnach das Besteckset, auf Platz drei folgt die Espressomaschine. Etwas abgeschlagen, tauchen auch Bettwäsche, Handtücher und Multifunktions-Küchenmaschinen auf solchen Tischen auf. Teures Porzellan ist aber mit Abstand am gefragtesten, bestätigt Christine Walter, die für den Fachhändler Weitz die Abteilung Online-Hochzeitstische betreut: „Es gibt tatsächlich viele, die sich teures Geschirr und Gläser auf die Wunschliste setzen. Es ist häufig das klassische und hochpreisige Markenservice, das man noch viele Jahre nachkaufen kann.“

          Denn nur noch wenige Paare wünschen sich gleich ein Geschirr für zwölf Personen – und wenn, dann raten Hochzeitstisch-Experten wie Christine Walter sogar davon ab: „Weil die Gefahr groß ist, dass viele Teile von den Hochzeitstischen nicht abverkauft werden und das Paar am Ende nur Stückwerk zusammenbekommt statt ein komplettes Service.“ Deswegen fangen die meisten erst einmal mit dem vier- oder sechsteiligen Set an – in der Hoffnung, es später zu vervollständigen. Um den möglichen Nachschub sicherzustellen, wählen viele Paare klassische Porzellanmarken wie KPM, Royal Kopenhagen, Rosenthal oder Villeroy&Boch. Und um die Haltbarkeit des Essgeschirrs zu gewährleisten – zumindest in geschmacklicher Hinsicht –, setzen sie auf Purismus, das zeigt sich nicht nur auf Wohnmessen, sondern auch auf den Hochzeitslisten von Internetanbietern: Den meisten kommt schlichtes Design auf den Tisch, die unangefochtene Lieblingsfarbe ist dabei Weiß.

          Allerdings: Das alles gilt lediglich für diejenigen Paare, die überhaupt Hochzeitstische zusammenstellen, einerlei, ob sie das im realen Geschäft tun oder ihre Wunschliste virtuell im Netz veröffentlichen. „Das ist aber total aus der Mode gekommen, Hochzeitstische gibt es kaum noch“, beobachtet Hochzeitsplanerin Nadja Dotzauer von der Agentur Traumhochzeit: „Die meisten Paare leben schon seit vier bis sechs Jahren zusammen. Wenn die heiraten, haben sie bereits einen kompletten Hausstand.“ Die weit überwiegende Mehrheit lässt sich daher am liebsten gar keinen Hausrat mehr schenken, schon gar nicht für Herd oder Tisch.

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