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Tillandsien : Mehr als Luft und Liebe

Wer die Tillandsien im Raum arrangieren möchte, muss ein paar Dinge beachten, damit es den Pflanzen langfristig gutgeht. So kann man Tillandsien beispielsweise mit Heißkleber auf einer Unterlage befestigen. Dabei sollte man aber laut Stolten Vorsicht walten lassen: „Bei einer normalen Heißklebepistole kann der Kleber bis zu 70 Grad heiß werden. Gibt man diesen heißen Kleber direkt auf die Pflanze, geht sie kaputt.“ Anstatt dessen empfiehlt der Gärtnermeister, den Kleber auf der Unterlage etwas abkühlen zu lassen und die Pflanze erst dann behutsam anzudrücken. Stolten selbst bindet die Tillandsien bevorzugt mit in Streifen geschnittenen Nylonstrümpfen auf den Untergrund – ein Stück Holz, eine Baumrinde oder Kork. Im Gegensatz zur geklebten Variante atmet die Pflanze durch das maschige Material hindurch – so wird sie nicht feucht und fault nicht.

Häufig sieht man in Wohnzeitschriften und auf Do-it-Yourself-Blogs Tillandsien in goldumrandeten Glaskästen sitzen oder in hängenden Glaskugeln mit seitlicher Öffnung drapiert. Das sieht schön aus, der Pflanze tut dieses Arrangement dem Experten zufolge aber nicht gut: „Tillandsien vertragen es nicht, in luftundurchlässigen Gefäßen eingeschlossen zu sein. Die Feuchtigkeit zieht nicht ab, die Gefahr von Pilzerkrankungen steigt. Besser ist es, wenn sie immer von einem sanften Zug umgeben sind und nach dem Bewässern zügig abtrocknen können.“ Luftnelken mit der Spraydose in Gold oder Silber ansprühen, wie man es manchmal sieht, ist nicht zu empfehlen. Denn die Farbpartikel verschließen ihre Poren. „Das sind typische Dekogeschichten: Die Pflanze wird nicht als Dauerkultur betrachtet, sondern dient nur der Floristik wie ein Blumenstrauß, der ein paar Tage gut aussieht und dann weggeschmissen wird. Es tut mir weh, wenn man das nur für den Showeffekt macht.“

Lieber von der Spezialgärtnerei als aus dem Baumarkt

Luftnelken bekommt man zwar im Baumarkt oder Gartencenter. Die Qualität lässt aber manchmal zu wünschen übrig. „Bei aufgebundenen Tillandsien sollte man vor dem Kauf sehr genau hinschauen, ob sie überhaupt noch leben“, rät Stolten. Das sei besonders bei grauen Arten nicht immer leicht zu erkennen, zumal im Handel auch farbig angesprühte Pflanzen zu finden sind. „Ein leichter Kniff mit dem Fingernagel in einen Blattrand hilft. Das Blattinnere sollte grün und vital aussehen.“ Stolten empfiehlt, die Pflanzen besser bei Spezialgärtnereien zu kaufen. Hier könne man sichergehen, dass es sich tatsächlich um die Art handelt, deren Name auf dem Etikett steht, und die Pflegehinweise stimmen.

Eine Tillandsie braucht oft viele Jahre, bis sie blüht. Nach der Blüte stirbt sie langsam ab. Wegschmeißen sollte man sie deshalb aber nicht, denn bevor sie eingeht, bildet sie noch Ableger, sogenannte Kindel. Sie sprießen am Stamm der Mutterpflanze und werden von ihr noch lange Zeit mit Nährstoffen versorgt. Erst wenn die Pflanze ganz tot ist, trennt man die Kindel ab, und die Tillandsien suchen sich einen neuen Ort zum Wachsen.

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