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Platz da! : So entsteht mehr Stauraum in der Wohnung

  • -Aktualisiert am

Auch über der Tür und unter dem Herd ist noch Stauraum. Bild: Ikea

In Zeiten von Wohnungsmangel und steigenden Preisen bleiben viele lieber in den eigenen vier Wänden, auch wenn es eng wird. Mit ein paar Tricks lässt sich zusätzlicher Stauraum schaffen.

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          Früher war gewiss nicht alles besser. Doch, zumindest was das Wohnen betrifft, manches leichter. Vergrößerte sich die Familie, wollte man sich ein Büro zu Hause einrichten oder hatte einfach Lust auf mehr Raum, zog man um: Ein, zwei Zimmer mehr, schon war das Problem gelöst. Heute können viele Großstadtbewohner von mehr Quadratmetern nur träumen. Zu aufwendig zu finden, zu teuer – Platz hat sich in der Stadt zum Luxusgut entwickelt. Mehr noch, „bezahlbar“ wohnen heißt in Metropolen wie Berlin, Hamburg oder München oft: Nachkriegszweckbau, kleine Räume, niedrige Decken – nicht gerade ideale Voraussetzungen für das Schaffen zusätzlichen Stauraums, wenn die eigenen vier Wände überquellen. Was also tun, wenn sich in der Wohnung Beklemmungsgefühle einstellen?

          Wer im Eigentum wohnt, könnte mit dem Vorschlaghammer für Durchzug sorgen. Mieter haben es nicht ganz so leicht, und zudem gilt: „Wände und Türen schirmen gegen Lärm ab“, wie die Berliner Einrichtungsberaterin Anja Ring sagt. Die Architektin hat sich auf das gefühlte Vergrößern kleiner Räume spezialisiert. Ihre Kunden sind vor allem sich vergrößernde Familien, bei denen Fragen nach Ruhe und Privatsphäre an Bedeutung gewinnen. Offene Küchen beispielsweise können auch grundsätzlich zur Nervenprobe werden, etwa wenn Geschirrspülmaschine oder gar Waschmaschine mit ihren Arbeitsgeräuschen ein Telefonat im direkt angrenzenden Wohnbereich unmöglich machen.

          Für Ring beginnt die Lösung damit, die richtigen Fragen zu stellen. Für ihre Kunden zeichnet sie dazu in einen Wohnungsgrundriss Wege und Räume ein: Wege für die Strecken und Routinen innerhalb einer Wohnung, Räume für einzelne Funktionen wie Schlafen oder Arbeiten. „Wenn man einen Grundriss so füllt, gibt es Bereiche, die frei bleiben – das ist der richtige Platz für Stauraum“, sagt Ring. Beim Blick in einzelne Zimmer rät sie dazu, losgelöst von Konventionen zu überlegen: Wofür nutze ich diesen Raum – und wann? Könnte ich bestimmte Dinge besser in anderen Räumen erledigen? Wer etwa ohnehin am liebsten mit dem Laptop auf dem Sofa arbeitet, braucht vielleicht gar keinen Schreibtisch. Der über drahtloses Internet verbundene Drucker wiederum kann zum Beispiel hinter einer Tür im Regal aufbewahrt werden – geöffnet wird die nur, wenn der Drucker seinen Einsatz hat. Gemeinsam mit ihren Kunden überlegt Ring zudem, welche Bereiche sich für eine Mehrfachnutzung anbieten: Ein tagsüber verwaistes Elternschlafzimmer kann dem Kind nachmittags als Aufenthaltsort dienen.

          Freie Flächen und Sichtachsen bewahren

          Ring plant in der Regel direkt mit den Kunden vor Ort. So können beide Seiten unmittelbar reagieren und Vorschläge wirken lassen. „Ich bitte die Bewohner, sich dann auch einmal in eine Ecke zu setzen und zu schauen: Wie fühlt sich das an? Wohin blicke ich?“ Bevor das konkrete Planen und das damit verbunden Umräumen beginnen, erinnert die Beraterin zudem an das für das Wohlbefinden wichtige Zusammenspiel von Ruhe und Kompaktheit, also freien und zugestellten Flächen.

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