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Parkett : Keine Angst vor Schrammen

Das Parkett hat sich für Börsengeschäfte bewährt - hier die Wall Street. Auch im privaten Umfeld ist es gefragt Bild: AFP

Der Bodenbelag aus Holz ist beliebt. In jüngster Zeit macht sich Parkett zunehmend auch in Bad und Küche breit. Dafür sollte man weniger stark arbeitende Hölzer wählen.

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          Ob in Bauernhaus, Loft, Stilaltbauetagenwohnung oder Neubau-Appartement - als hochwertiger Bodenbelag ist Parkett meist die erste Wahl. Der Holzfußboden ist in Mode, längst nicht mehr allein in Flur, Schlaf- und Wohnzimmer. Seit geraumer Zeit macht er sich auch in Kinderzimmern, Küchen und in Badezimmern breit.

          Birgit Ochs

          Verantwortliche Redakteurin für „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Zwar wird der Parkettboden von einigen immer noch extrem sorgsam gepflegt. „Doch die Einsicht setzt sich immer mehr durch, dass man ihn nicht wie rohe Eier behandeln muss“, hat Kenan Telsaran von der Frankfurter Lifestyle Parkett GmbH beobachtet. Zumal im Lauf der Zeit zugefügte Dellen, Kratzer und Schrammen für eine gewisse Patina sorgen. Grundsätzlich aber gilt der Holzboden als robust, langlebig, einfach zu reinigen - und zu renovieren.

          Massiv oder Mehrschicht?

          Man unterscheidet zwischen Massiv- und Mehrschichtparkett. Als massiv wird jene Variante bezeichnet, die aus einer durchgängigen Hartholzschicht besteht. Deshalb heißt es auch „Einschichtparkett“. Es ist die hochwertigste und teuerste Holzbodenart, auch weil in der Regel ein Fachmann das Verlegen übernimmt. Massivparkett wird meist verklebt, seltener verschraubt oder angenagelt und erst nach dem Verlegen abgeschliffen. Danach muss die Oberfläche mit Lack, Öl oder Wachs behandelt werden.

          Buchenstämme in einem Laubholzsägewerk in Malchow: Gefragter Rohstoff für die Parkettindustrie
          Buchenstämme in einem Laubholzsägewerk in Malchow: Gefragter Rohstoff für die Parkettindustrie : Bild: ZB

          Anders das Mehrschicht- oder auch Fertigparkett: Bei dieser Parkettart handelt es sich um Elemente, die aus zwei oder drei miteinander verleimten Holzschichten bestehen. Die oberste ist aus Vollholz, die darunterliegenden Schichten bestehen aus Sperrholz oder Holzwerkstoffen. Fertigparkett ist bereits geschliffen, oberflächenbehandelt und kann daher sofort nach dem Verlegen genutzt werden. Zweischichtparkett wird vollflächig auf den Untergrund verklebt. Auch Dreischichtparkett kann verklebt werden, wird aber meist ohne feste Verbindung zum Untergrund und den Wänden „schwimmend“ auf einer Dämmschicht verlegt. Dabei werden die einzelnen Holzelemente mit Nut und Feder zusammengesteckt. Diese Variante ist bei Heimwerkern beliebt und macht den Löwenanteil der Parkettproduktion aus.

          Was heißt hier „massiv“?

          Massiv heißt nicht kratzfest, korrigiert Fachmann Telsaran eine verbreitete Ansicht. Massive Holzböden haben jedoch den Vorteil, dass sie starker Beanspruchung besser standhalten - und öfter renoviert werden können. Während die Nutzschicht des Fertigparketts meist nur 2,5 Millimeter (höchstens 4 Millimeter) stark ist und daher nach Angaben des Verbands der Parkettindustrie nur zwei- bis dreimal abgeschliffen werden kann, ist Massivparkett deutlich dicker. In der Variante Stabparkett erreicht es eine Dicke von 22 Millimetern. Entsprechend kann der abgenutzte Boden auch häufiger abgeschliffen werden.

          Zudem gilt: Je härter die Holzart, desto robuster das Material. Parkettanbieter raten daher, für stark beanspruchte Räume wie Flur, Küche oder Kinderzimmer harte Hölzer zu wählen. Dazu zählen zum Beispiel Eiche, Esche oder Rotbuche. Sie genießen den Ruf, Möbelrücken und mit Holzbauklötzen spielende Kinder ohne größere Schäden zu überstehen. Für Schlaf- und Wohnzimmer hingegen empfiehlt der Verband der Parkettindustrie eher weiche Hölzer wie Ahorn oder Nussbaum. Wer aber einen einheitlichen Boden vorzieht, etwa weil die offene Küche unmittelbar an das Wohn-Esszimmer anschließt, der sollte dem härteren Holztyp den Vorzug geben.

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