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Günstige Ferienhäuser : Schätzchen im Hinterland

Zweites Zuhause im Weinberg: Selbst in Frankreich gibt es noch Schnäppchen. Bild: imageBROKER/carlos sanchez

Ferienhäuser sind gefragt wie nie, die Preise hoch. Doch auch für wenig Geld bekommt man noch ein Kleinod. Man muss nur am richtigen Ort suchen.

          Warum in die Ferne schweifen, wenn es zu Hause doch so schön ist? Selbst im Urlaub bleiben die meisten Ferienhausbesitzer ihrer Region treu: Bei jedem zweiten Bundesbürger, der ein Heim für die freien Tage besitzt (und das sind immerhin ein paar Millionen), liegt die eigene Ferienimmobilie höchstens 100 Kilometer vom Hauptwohnsitz entfernt.

          Nadine Oberhuber

          Freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Also eigentlich so nah, dass man jederzeit hinfahren könnte – was rund zwei Drittel der Besitzer auch tun. Sie urlauben regelmäßig im eigenen Haus am Strand, auf dem Land, oder schlicht im Grünen. Und wer es nicht macht, hat es oft noch vor: Rund jeder vierte Deutsche träumt davon, sich ein Urlaubsdomizil zuzulegen, sagt eine TNS Emnid Studie.

          Der Zweithauskauf boomt wie verrückt. In manchen Ferienorten hat das schon dazu geführt, dass Immobilien kaum noch bezahlbar sind. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute ist: Es gibt immer noch günstige Wochenendhäuser in idyllischen Regionen und sogar echte Schnäppchen. Man muss nur dort suchen, wo es nicht jeder tut.

          An beliebten Urlaubsorten steigt der  Preis

          Denn in den Regionen, die vielen zuerst einfallen, wenn man sie nach ihrem liebsten Urlaubsort fragt, hält der Kaufboom mittlerweile schon das fünfte Jahr an. Allen voran in den klassischen Badeorten an Nord- und Ostsee, am Bodensee und in den bergnahen bayerischen Regionen, aber auch auf Mallorca, auf Rhodos und in Österreich.

          Das hat dort zu explosionsartigen Preissteigerungen geführt, schließlich treffe „vielerorts die ungebrochen hohe Nachfrage nach Ferienimmobilien auf ein begrenztes Angebot“, sagt Kai Enders, Vorstandsmitglied des Immobilienvermittlers Engel & Völkers. Insgesamt weise mehr als die Hälfte der üblichen Standorte Preissteigerungen in den guten und sehr guten Lagen auf.

          Auf Sylt, am Tegernsee und am Chiemsee muss gar nicht erst suchen, wer nicht ein paar hunderttausend Euro übrig hat. Dort sind die Preise inzwischen derart hoch, dass Mikroapartments für 300.000 Euro schon fast als Schnäppchen gelten. Dabei zahlen nur wenige überhaupt so viel, im Schnitt geben Ferienhauskäufer nämlich nur gut 220.000 Euro aus.

          Das Schnäppchen liegt fernab

          Wofür man auf Sylt etwa den Platz unter der Türmatte erwirbt, bekommt man andernorts schon fast ein kleines Häuschen. In Mecklenburg-Vorpommern etwa – sozusagen in zweiter Reihe am Ostseestrand – kann man für 15.000 Euro schon ganze Einfamilienhäuser und Bungalows erwerben und hat sogar reichlich Auswahl.

          Auch in Niedersachsen, nördlich von Bremen oder in den Ausläufern des Harzes, stehen ab 10.000 oder 15.000 Euro kleinere Immobilien zum Kauf, alte Bauernhöfe oder denkmalgeschützte Schulhäuser mit Schindelfassaden zum Beispiel. Ab 20.000 Euro wird man in fast allen deutschen Bundesländern fündig – allerdings sollte man bei diesem Budget auch ein paar Euro für die Renovierung mitbringen. Oft sind die ganz billigen Ferienhäuschen nämlich eher ein Fall für Handwerker als für Soforturlauber.

          Deutsche zahlen inzwischen mehr fürs Urlaubsdomizil

          Aber was bekommt man nun wirklich fürs Geld? Schließlich ist der Preis gleich nach der Lage für Ferienhausbesitzer das zweite wichtige Kaufkriterium, wie Umfragen zeigen. Oft entdecken die Käufer am bisherigen Urlaubsort ein Haus oder eine Wohnung mit einem „Zu verkaufen“-Schild und schlagen prompt zu, wenn die geforderte Summe passt. Oder sie haben einen bestimmten Betrag übrig und durchforsten Immobilienangebote danach, was sie dafür bekommen.

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