https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wohnen/haus/muenchner-gruendet-mit-ueber-80-jahren-eine-mehrgenerationen-wg-17308008.html

Mehrgenerationen-WG : Wohnen für Hilfe

  • -Aktualisiert am

Ein Altersunterschied von fast sechs Jahrzehnten ist kein Hinderungsgrund, um sich gut zu verstehen: Walter Tießler mit Untermieterin Aldina Imamovi Bild: Christina Pahnke

Lieber gemeinsam statt einsam, dachte sich Walter Tießler und gründete mit über 80 Jahren eine WG. Über ein Konzept, von dem Jung und Alt profitiert.

          3 Min.

          Es gibt eine WG-Regel, die ist für Walter Tießler nicht verhandelbar: „Ich möchte hier im Haus von niemandem mit Herr Tießler angesprochen werden. Wir duzen uns.“ Der heute 91-Jährige hat sich mit dieser Forderung seit Jahren erfolgreich gegen jeden Widerstand seiner Mitbewohner durchgesetzt. Walter ist Walter, auch für Aldina Imamović, die vor knapp einem Jahr in die Dreier-WG nach München-Forstenried gezogen ist. Am Anfang ging ihr das Du nur schwer über die Lippen, erzählt die Auszubildende. Die 58 Jahre Altersunterschied, der Respekt vor dem Alter. Aber dann hätte Walter nur gesagt: „Ach komm, so ein Schmarrn. Wir wohnen jetzt zusammen.“

          In der oberen Etage hat sie ihr Zimmer bezogen. 19 Quadratmeter groß und möbliert. Im Nebenzimmer wohnt Jasmina, die dritte Bewohnerin der Wohngemeinschaft. Drei Menschen teilen sich Küchentisch, Kühlschrank und Garten. So weit, so normal. Deutschlandweit leben knapp fünf Millionen Menschen in Wohngemeinschaften. Dabei steht das Kürzel WG oft synonym für Partynächte, nächtliche Lernschichten und ungespülte Teller.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Verena Hubertz, 34, ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag.

          Verena Hubertz : Plötzlich mächtig

          Gerade hat Verena Hubertz ein Start-up gegründet. Nun ist sie die wichtigste Wirtschaftspolitikerin der Kanzlerpartei. Eine Karriere mit Giga-Geschwindigkeit.
          Überklebtes Straßenschild an der Thomas-Mann-Straße in Prenzlauer Berg (Archivaufnahme)

          Kampf um die Sprache : Gendern diskriminiert

          Woher rührt das Unbehagen, wenn es um das Gendern geht? Viele Frauen (und auch viele Männer) ahnen, dass es nur eine neue Art der Diskriminierung ist.
          Kein Ladendieb: Mit „Pick & Go“ können die Waren auch in einem Kölner Rewe direkt im Rucksack verstaut werden – bezahlt wird per App.

          Überwachung im Supermarkt : Sie erkennen dich am Knochenbau

          In Berlin testet Rewe jetzt, wie gut Überwachung im Supermarkt ankommt. Wer eine „Pick&Go“-App geladen hat, darf seinen Einkauf direkt in den Rucksack stecken. Ein Selbstversuch.