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Luxusvillen : Schweizer Glück fürs große Geld

  • -Aktualisiert am

Residenz Hammer: Hohe Unterhaltskosten Bild: Frank Röth

Edel-Immoblien kommen in der Schweiz kaum auf den offenen Markt, in den begehrten Lagen tobt ein harter und preistreibender Kampf. Reiche Ausländer wenden sich deshalb oft an Ansiedlungsspezialisten.

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          Zürich. Ob Arm oder Reich, das Stichwort Schweiz verbinden die meisten mit grandiosen Aussichten auf Berge und Seen. Betuchtere Zeitgenossen können sich auch eine Immobilie leisten, die diesen Traum erfüllt. Mehr als eine Million Euro muss man in den großen Einzugsgebieten Zürich, Luzern oder Genf aber selbst für eine kleinere Eigentumswohnung schon bereithalten. Diejenigen mit dem ganz großen Geld haben andere Sorgen. Zum Beispiel: Finde ich überhaupt eine standesgemäße Liegenschaft? Wie steht es um die Sicherheit und den Schutz vor neugierigen Blicken, die sogenannte „Privacy“, wie es in diesen Kreisen heißt? Hinzu kommt wie immer die Lage. Wer seinen Immobilientraum verwirklichen will, wirft ein Auge vielleicht auf Montreux am Genfer See, aber wohl kaum auf Delsberg im Jura.

          Die Wirtschaftskrise hat den Schweizer Immobilienmarkt nicht unberührt gelassen. Manche Wohnungen und Häuser bleiben länger auf dem Markt, nicht zuletzt aus dem Grund, weil die großen Konzerne ihren Expats in der Schweiz nicht mehr so großzügig zur Seite stehen, heißt es aus Maklerkreisen. Dies betrifft Miet- wie Kaufobjekte. Selbst die Superreichen schauen mehr aufs Geld. Ein geplantes Prestigeobjekt oberhalb des Zürichsees wird zwar eifrig beworben, zum Beispiel mit dem Gerücht, Scheichs aus dem Morgenland interessierten sich dafür. Ein Bau ist aber bisher nicht in Sicht.

          Die Käufer wollen keine zweitklassigen Häuser anschauen müssen

          An der Knappheit attraktiver Immobilien in der Eidgenossenschaft hat dies nichts geändert. In den begehrten stadtnahen Lagen rund um Seen und Berge tobt weiterhin ein harter und preistreibender Kampf. Der Immobilienmakler Engel &Völkers berichtet für 2009 von einem Rekordgewinn in der Vermittlung hochwertiger Schweizer Immobilien. Fälle wie jene, in denen die Besitzer einer großen Liegenschaft in Herrliberg oberhalb des Zürichsees von den Emissären eines reichen Russen geradezu belagert wurden, kommen immer wieder vor.

          Ob Schlösschen-Atmosphäre...

          Wer indes im Internet nach Immobilien stöbert oder sich die Nase an den Schaufenstern von Maklern platt drückt, ist bei Robert Ferfecki an der falschen Adresse. Ferfecki berät in der Schweiz für den internationalen Ansiedlungsspezialisten Henley & Partners eine kleine, aber feine Klientel, welche in dem von ihm verantworteten Immobilienzweig vereinzelt auch Inländer umfasst. Seine Kunden wollen ihr Geschäft diskret abwickeln. Außerdem suchen sie ganz gezielt. Anders gesagt: Die Käufer wollen in diesem „verdeckten Markt“, den zu erschließen es vieler persönlicher Kontakte bedarf, keine zweitklassigen Häuser anschauen müssen, die Verkäufer keine Heerscharen von Immobilientouristen auf ihrem Grund und Boden sehen. Die Immobiliensuche für die reichen Ausländer steht dabei am Ende einer Kette, die beim individuellen Niederlassungswunsch und der Steuerplanung beginnt.

          An edlen Materialien und Technik ist nicht gespart

          Das Haus, das Ferfecki an diesem Morgen mit einem Schweizer Interessenten außerhalb von Luzern besichtigt, würden die meisten wohl als Traum bezeichnen: der Vierwaldstättersee in Sichtweite, schneebedeckte Berge jenseits der frühlingsgrünen Wiesen, der Pilatus zum Greifen nah. Die Wohnfläche erstreckt sich über drei Stockwerke und misst knapp 700 Quadratmeter, eine weitläufige Terrasse entlang der Haupträume und große Fensterfronten schaffen eine attraktive Verbindung zwischen drinnen und draußen. Als Preis stehen umgerechnet rund 7 Millionen Euro im Raum.

          Der Interessent, Spross einer Handelsfamilie, ist offenkundig angetan. Ferfecki legt nach. „Es ist sehr selten, dass ein so exklusives Objekt schon gut ein Jahr nach der Fertigstellung auf den Markt kommt“, sagt er. Seine Versicherung, für das Haus gebe es eine ganze Reihe möglicher Käufer, klingt angesichts von Lage und Ausstattung glaubhaft. Der Verkäufer hat an edlen Materialien und Technik nicht gespart. Zutritt wird über die Erkennung der gespeicherten Fingerabdrücke gewährt. Auf einem Display stehen verschiedene Beleuchtungsvarianten zur Auswahl.

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