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London : Es wird weniger gebaut

  • -Aktualisiert am

Das muss man dem Londoner Immobilienmarkt lassen - er ist in Bewegung Bild: Reuters

Marktakteure machen erste Signale einer Stabilisierung der britischen Häuserpreise aus

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          Der britische Markt für Wohnimmobilien dürfte nach Einschätzung von Banken und Immobilienmaklern inzwischen die Talsohle erreicht haben. Der Halifax-Hauspreisindex lag zum Jahreswechsel 16 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Nach einer kürzlich von der Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) veröffentlichten Studie über die Entwicklung der Wohnimmobilienpreise in Europa fiel nur in Estland der Preisverfall mit 23 Prozent noch heftiger aus.

          Zwar können einzelne Monate weiterhin Preisrückgänge in Großbritannien mit sich bringen. Aber von Banken wie auch Maklern ist inzwischen häufiger die vorsichtig formulierte Aussage zu hören, dass es tendenziell nun wohl eher aufwärts- als weiter abwärtsgehen sollte.

          Wenige unverkaufte Neubauten

          Bei dieser Einschätzung spielt eine wesentliche Rolle, dass es in Großbritannien im Gegensatz etwa zu Irland kaum nennenswerte Bestände an unverkauften Neubauten gibt. Die britischen Bauträger hatten frühzeitig begonnen, die Neubauleistung bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen der rückläufigen Nachfrage anzupassen. Inzwischen sind in manchen Gegenden Neubauten sogar knapp geworden.

          Großbritannien ist ein Einwanderungsland - damit steigt der Bedarf an Wohnraum tendenziell stetig an. Für eine zunehmende Knappheit an Neubauten spricht auch, dass die Wohnbauleistung inzwischen stark hinter den Planungen und Erwartungen der Regierung hinterherhinkt.

          Hoher Bedarf an Wohnungen

          Im laufenden Jahr dürften nicht mehr als 80.000 Wohneinheiten neu errichtet werden. Die Regierung hält dagegen eine Neubauleistung von 240.000 Wohneinheiten für unumgänglich, um Angebot und Nachfrage dauerhaft zu stabilisieren.

          Zu den Geschädigten des Neubaurückgangs zählen bislang vor allem die britischen Gemeindeverwaltungen, deren Einnahmen aus Baugenehmigungen zurückgegangen sind. Der Gemeindeverband Local Government Association kalkuliert, dass die Gemeinden im Jahre 2009 einen Einnahmeausfall von etwa sechs Milliarden Pfund aus der stark rückläufigen Wohnbautätigkeit hinnehmen müssten.

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