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Kunstwerke für zu Hause : Vier Wände voller Bilder

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Nicht alle sind jedoch so freizügig wie das MKG, und selbst dort sind der kreativen Verwendung der Bilder zunächst Grenzen gesetzt: Die Bilddaten des Hamburger Museums sind nicht hochauflösend. Das heißt, die Motive erzielen nur bis zur Größe von DIN A4 eine gute Druckqualität. Poster herzustellen ist nicht ohne weiteres möglich. „Das hat bislang noch technische Gründe, wir arbeiten bereits an einer Lösung“, erläutert Antje Schmidt, „wer jetzt schon hochauflösende Daten braucht, kann uns eine E-Mail schicken und erhält sie schnellstmöglich.“

Andere Museen sind noch zurückhaltender, was die freie Nutzung angeht: Sie stellen Bilder in einer Auflösung online, die lediglich auf dem Computerbildschirm gut aussieht. Manche Institutionen wie die New York Public Library versenden hochauflösende Daten gegen eine Gebühr von 50 Dollar. Beim britischen Victoria & Albert Museum kann man Ausdrucke bestellen und erhält diese auf Wunsch auch gerahmt zugestellt. Die Kosten für ein so geliefertes Bild liegen je nach Größe um 200 Euro.

Ein großartiger Bilderschatz

Wer nur Bilddaten herunterlädt, kann sich sein eigenes Programm der Bildproduktion zusammenstellen – von der Zusammenarbeit mit lokalen Copyshops und Rahmenmachern bis hin zu Anbietern im Internet. Die bieten vom Druck über Rahmen bis hin zu Montage hinter Plexiglas eine große Auswahl an Gestaltungsmöglichkeiten. Wie groß dieser Markt inzwischen ist, zeigen Zahlen der Firma WhiteWall.de, die bereits über eine Million Bilder produziert hat. Das Unternehmen startete als Produzent für die Lumas-Editionen, künstlerische Fotos, die in Galerien und online vertrieben werden. Nachdem immer mehr Kunden fragten, ob sie eine gleiche Qualität auch für eigene Fotos bekommen könnten, ging White Wall 2007 als eigenes Angebot auf den Markt. Bestseller sind nach Angaben des Unternehmens Fotoabzüge unter Acrylglas in Größen zwischen 60×40 cm und 120×80 cm.

Doch wer ein Bild in solchen Größen abgezogen sehen möchte, sollte wissen, ob die Datei das überhaupt hergibt. Bei pixelrechner.ch etwa findet man ein Instrument, mit dem sich die gedruckte Bildqualität feststellen lässt – was tatsächlich eine Wissenschaft für sich ist.

Festzuhalten bleibt, dass die digitalen Museumssammlungen einen großartigen Bilderschatz zur Verfügung stellen, mit dem jeder, je nach Aufwand und Kreativität, sich seinen Wandschmuck zusammenstellen kann. Selbst bei der Verwendung von museumsseitig zugestellten Ausdrucken liegen die Preise meist deutlich unter denen von kommerziellen Anbietern im Internet oder in Galerien. Dem Kult des „Originals von Künstlerhand“ wird man mit diesen Bildern nicht dienen – einem Konzept, das bei Fotografien und Grafiken ohnehin immer fragwürdig gewesen ist. Dafür aber erhält man Gestaltungsfreiheit und vielleicht eine ganze Wand voller Bilder in Museumsqualität.

Noch mehr Bilder

Museen und Archive, bei denen digitale Bilder erhältlich sind:

Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg www.mkg-hamburg.de

Rijksmuseum www.rijksmuseum.nl

Statens Museum Kopenhagen http://www.smk.dk/

V&A www.vam.ac.uk

Metropolitan www.metmuseum.org

Pitt Rivers Museum, Oxford www.prm.ox.ac.uk

New York Public Library https://digitalcollections.nypl.org

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