https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wohnen/haus/haustueren-visitenkarte-fuers-haus-1984995.html

Haustüren : Visitenkarte fürs Haus

Das gilt angesichts der niedrigen Zahl von Neubauten auch für die Hersteller sogenannter Türfüllungen wie etwa Rodenberg oder Adeco. Türfüllungen sind letztlich Modulsysteme, die in einen Rahmen ein- oder aufgesetzt werden. Auf diese Weise können Kunststoff, Glas, Aluminium, aber auch Holz kombiniert werden. Im Vergleich zum Angebot der kleinen Tischlerbetriebe produzieren diese Hersteller für den Massenmarkt, dafür ist ihre Produktpalette ausgesprochen groß. War in der Anfangszeit der Rahmen, in den die Füllung kommt, deutlich zu sehen, ist das nun nicht mehr zwangsläufig der Fall. „Die Produkte haben sich gemausert“, urteilt die Designerin Nina Wolf, die Füllungen für Adeco entworfen hat.

Kaum Einschränkungen für steinerne Türen

Ihrer Beobachtung nach wird bei der Auswahl einer Haustür Individualität großgeschrieben. „Oft geht es nur nach dem persönlichen Geschmack“, sagt die Designerin. Andere ästhetische Kriterien fehlten. Häufig hätten die Bauherren eine Tür irgendwo gesehen und wollten ein ebensolches Modell auch, gleich ob es zur Architektur ihres Hauses passe oder nicht. Dem widerspricht nicht, was Tischlermeister Brosch erzählt: „Viele Kunden wissen, wenn sie kommen, schon genau, was sie wollen.“ Das Beratungsgespräch dauere dann nicht einmal eine Stunde.

Selbst viele Architekten schenken bei der Planung eines Hauses der Tür (und den Fenstern) wenig Aufmerksamkeit. Für andere wiederum sind Größe, Anordnung und Optik der Fassadenöffnungen zentrale Gestaltungselemente. Nicht zuletzt die Vertreter des Neuen Bauens hatten sie akribisch geplant. „Bei der Auswahl der Tür gibt es mit Blick auf die Fassade und das unmittelbare Umfeld viel zu beachten, sonst wird's gruselig“, sagt Nina Wolf und nennt einige Kriterien: Bautyp, Dachform, Fassadenbeschaffenheit und Farbe, die Fenster. Christian Tasch, der grundsätzlich kaum Einschränkungen für seine steinernen Türen sieht, hält bestimmte Farbtöne und Gesteinsarten für spezielle Gebäudetypen allerdings doch besser geeignet als andere. So empfiehlt er für eine zeitgenössische, kubische Architektur die schwarz-matten Töne des Schiefer, Granit wie Nero Assoluto oder Artic Blue.

Und die Preise?

Grundsätzlich aber gehen die Käufer mehrheitlich auf Nummer Sicher - je schlichter ein Modell, desto höher der Absatz. Schlicht heißt aber nicht unbedingt weiß. In der jüngeren Vergangenheit hatte dieser Farbton eindeutig dominiert. Designerin Wolf schätzt, dass fast 80 Prozent aller verkauften Türen weiß waren. Nun liegen Grautöne im Trend. Und statt glatter Hochglanzoberflächen sind pulverbeschichtete gefragt. „Das wirkt edler und nicht so billig wie einfacher Kunststoff“, sagt sie. Zunehmend setzten sich auch Holz-Glas- oder Holz-Aluminium-Füllungen durch. Die allgemeine Begeisterung für natürliche Materialien zeigt sich auch bei der Haustürauswahl.

Und die Preise? Die sind so unterschiedlich wie die Türen. Ob sie nur einen Flügel haben oder zwei, vielleicht auch von Glas umrahmt werden, spielt bei der Kalkulation ebenso eine Rolle wie die Wahl des Materials, die Dämmeigenschaft und die Frage, ob sie individuell von einem Tischler gefertigt wird oder in Serie. Doch auch da gibt es einfache und aufwendige Varianten, Haustüren mit billigen Kunststoffgriffen und solche mit gebürstetem Edelstahl. Türenbauer Brosch nennt als Einstiegspreis für seine Modelle 2600 Euro, während die Steintüren von Tueren-Art knapp 5000 Euro kosten, Minimum. Das teuerste Modell der Haustür Manufaktur liegt bei annähernd 10.000 Euro, die Steintüren nach Angaben ihres Herstellers in der Spitze bei 11.000 Euro.

Weitere Themen

Topmeldungen

Grenzkontrolle zwischen den USA und Mexiko. Die Pandemieregelungen an der Grenze bleiben vorerst bestehen.

USA : Pandemie-Regelung an Grenze zu Mexiko bleibt bestehen

Ein US-Richter hat Pläne der Biden-Regierung blockiert, die Beschränkungen der Einwanderung von Mexiko in die USA zu lockern. Allein im April wurden 95.000 Migranten wegen angeblicher pandemiebedingter Gesundheitsrisiken abgeschoben.

Corona-Welle : Muss sich Nordkorea jetzt öffnen?

Kim Jong-un hatte gehofft, das Coronavirus werde sein Land nie erreichen. Jetzt ist es da – und Impfstoff fehlt. Der Machthaber weist die Schuld von sich.
Weizen wird knapp: Familien in Jemens Provinz Lahdsch erhalten Mehl-Rationen. Die Versorgung wird wegen des Ukrainekrieges immer schwieriger.

Getreidekrise durch den Krieg : Putin setzt auf Hunger

Russland beschuldigt die Ukraine, ihre Häfen zu blockieren und damit schuld an der globalen Getreideknappheit zu sein. Gleichzeitig intensiviert Moskau die Propaganda in Afrika.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.
Kapitalanalge
Erzielen Sie bis zu 5% Rendite
Sprachkurse
Lernen Sie Englisch
Immobilienbewertung
Verkaufen Sie zum Höchstpreis
Zertifikate
Ihre Weiterbildung im Projektmanagement