https://www.faz.net/-gz7-9xh5n

Ferienimmobilien in Montenegro : Das Monte Carlo des Balkans

  • -Aktualisiert am

Die Preise ziehen wieder an

Heute ist die Krise am Immobilienmarkt überwunden. Die Preise ziehen wieder an, wenn auch verhalten. Und auch gebaut wird weiterhin, wie beispielsweise auf der Halbinsel Luštica, wo sich die Hagers gleich bei ihrem ersten Besuch in das Land verliebten und in Luštica Bay eine Ferienimmobilie erwarben, die es damals nur auf dem Papier gab.

Auf einem Gebiet von sieben Millionen Quadratmetern errichtet hier der ägyptische Milliardär Samih Sawiris nicht nur eine Apartmentanlage, sondern eine ganze Stadt. Und das faktisch aus dem Nichts. Als die Hagers den Bauplatz 2014 erstmalig sahen, standen in der Bucht an der östlichen Adria nur ein paar alte Militärbaracken und ein Kran, wie Sonja Hager erzählt, „aber die Lage war spektakulär“.

Inzwischen haben nicht nur sie und ihr Mann ihr Apartment bezogen. In der Bucht von Trašte gibt es einen Yachthafen, ein 5-Sterne-Hotel und rund 300 weitere Apartments, und laut Slavica Milic, Marketingexpertin beim Immobilienentwickler Orascom, sind fast alle Einheiten des ersten Bauabschnitts verkauft. Bis Ende 2035 aber sollen ein weiterer Hafen, mehrere Hotels und rund 1700 Wohneinheiten entstehen. Außerdem ein 18-Loch-Golfplatz, eine internationale Schule, ein Gesundheitszentrum, Restaurants, Bars und Einkaufsmöglichkeiten.

„Wer vom Meer auf die neue Stadt schaut, sieht ein Fischerdorf“

Dabei versucht man bewusst, Fehler aus der Vergangenheit zu vermeiden, als sich Bauherren über ästhetische und ökologische Aspekte keine Gedanken machten. Die Häuser am Hafen entsprechen der Bauart der Region und wurden in die Landschaft integriert. Keines, betont Milic, gleiche in Farbe und Bauart einem anderen. „Wer vom Meer auf die neue Stadt schaut, sieht ein Fischerdorf.“

Gerade ist die Vermarktung eines zweiten, vom Meer etwas entfernteren Bauabschnittes angelaufen, bei dem man ganz bewusst zum einen auf Einheimische und mitteleuropäische Käufer zielt, zum anderen auch eine nicht ganz so gehobene Käuferschicht ansprechen möchte. Studios im sogenannten Town Center „Centrale“ sind für 120.000 Euro zu bekommen. Marketingfrau Milic ist sicher, zukünftig deutlich mehr deutsche Käufer zu erreichen; eine Einschätzung, die Rechtsanwalt Zeihe für ganz Montenegro teilt.

Das Land hat in den vergangenen Jahren einiges dafür getan, die Rahmenbedingungen für den Immobilienkauf zu verbessern. Schon seit 2002, also immerhin vier Jahre vor der Unabhängigkeit, zahlt man in Montenegro mit dem Euro. Wegen der gewünschten EU-Aufnahme wurden und werden Gesetze und Abläufe angepasst (siehe Kasten). „Der Markt in Montenegro ist reifer, als viele denken“, urteilt Zeihe.

Das Interesse in Deutschland wird steigen“, das sieht auch Igor Peljuchno so. Peljchno arbeitet in der Leitung der Dukley Group, einem weiteren großen Immobilienentwickler in Montenegro. Rund 20 Wohnungen hat er in letzter Zeit an Zentraleuropäer verkauft, darunter Schweizer, Österreicher und Deutsche. „Inzwischen erreichen uns so viele Anfragen auf Deutsch, dass wir einen deutschen Vertriebsmanager eingestellt haben.“

Zeit und Muße braucht's

Ein Schnäppchenmarkt ist Montenegro nicht. „Wer Zeit und Muße hat, findet aber sogar alte Steinhäuser, wie sie ja gerade bei deutschen Käufern beliebt sind“, sagt Rechtsanwalt Zeihe. Zudem suchen auch viele Apartments in kleineren Anlagen oder Örtchen entlang der Küste Zweit- oder Drittkäufer.

Einer, der hier gerade für seine Schwägerin fündig wurde, ist Torsten von Plate-Spandau: 156 Quadratmeter am Hang in einer kleinen Apartmentanlage im Küstenstädchen Budva. 525.000 Euro wollte der russische Vorbesitzer dafür haben. „Ein Schnäppchen“, findet der gebürtige Norddeutsche.

Von Platen, der eigentlich nur familiär unterstützen wollte und wie die Hagers das Land nicht kannte, war ebenfalls überrascht, „wie schön das Land und in welchem Topzustand die gesamte Infrastruktur ist“. Auch er war nur ein paar Tage vor Ort und traf eine große Entscheidung. Jetzt sucht er für sich selbst und will Ende des Jahres umziehen. Für immer.

Weitere Themen

CureVac-Impfstoff floppt Video-Seite öffnen

Geringe Wirksamkeit : CureVac-Impfstoff floppt

Der Corona-Impfstoff hat Untersuchungen zufolge nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent. CureVac will die Studie aber bis zu ihrer finalen Auswertung mit weiteren Corona-Fällen fortsetzen.

Auf großer Fahrt

Superyachten : Auf großer Fahrt

Deutsche Werften genießen unter Superyacht-Eignern einen exzellenten Ruf. Zwei Adressen befinden sich in Top-Form, zwei andere dagegen in Seenot.

Topmeldungen

Annalena Baerbock am Donnerstag bei der Vorstellung ihres Buches.

Grüne Industriepolitik : Willkommen in der Wirklichkeit

Annalena Baerbocks Industriepolitik zeigt: Ziele hochzuschrauben, darin sind die Grünen gut. Wie es geht, da laufen sie hinterher.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.