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Ferienhäuser : Tiefer Einblick in den Ferienimmobilienmarkt

  • -Aktualisiert am

Ferienhäuser in Deutschland sind gefragt. Bild: ZB

Bisher gilt der Markt für Ferienwohnungen und Ferienhäuser als unübersichtlich. Eine breit angelegte Studie soll Abhilfe schaffen. Sie hat das Vorgehen privater Käufer näher beleuchtet.

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          Der Urlaub in den eigenen vier Wänden erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Ferienobjekte in privater Hand wurde innerhalb der vergangenen neun Jahre käuflich erworben, was auf ein stetiges Wachstum dieses Marktes seit dem Jahr 2000 schließen lässt. Eine kürzlich veröffentlichte Studie gewährt ungewöhnlich tiefe Einblicke in den privaten Ferienimmobilienmarkt. Dazu wurden 2500 deutsche Eigentümer von der führenden Internet-Ferienhausvermittlung Home Away Fewo-direkt befragt und die Ergebnisse gemeinsam mit Engel & Völkers ausgewertet. Für das Hamburger Maklerhaus stellt der Verkauf von Ferienimmobilien längst viel mehr als nur einen lukrativen Nischenmarkt dar.

          „Die Rolle als Statussymbol sollte nicht unterschätzt werden“, sagt Vorstandsmitglied Kai Enders. Dabei dient das eigene Ferienobjekt als Luxusgut nicht nur der eigenen Bequemlichkeit, sondern wird von den Eigentümern durchaus als zusätzliche Einkommensquelle wahrgenommen. Unter den abgefragten Kaufkriterien bewegt sich die Vermietung auf einer Höhe mit der Eigennutzung. Das dürfte unter anderem auf eine Verschiebung in der Käuferschicht zurückzuführen sein, die Enders über die vergangenen Jahre beobachtet hat. Wurde eine Ferienimmobilie früher vor allem als Altersruhesitz gekauft, so sind nach Aussage des Immobilienexperten inzwischen in der interessierten Kundschaft vor allem Familien mit Kindern zu finden, die sich „den Luxus gönnen wollen“.

          Für Eigennutzer wie Mieter

          Somit schlägt die Vermietbarkeit unmittelbar auf den Wert einer Ferienimmobilie durch. „Das spielt beim Kauf eine große Rolle“, sagt der Deutschland-Chef von Home Away, Miro Morczinek. Lediglich der Lage werde eine noch größere Bedeutung zugemessen. Im Durchschnitt beschränke sich die Eigennutzung inzwischen auf sieben Wochen im Jahr. Die Mietobjekte seien dagegen im vergangenen Jahr im Normalfall an 22 Wochen ausgelastet gewesen, wobei die durchschnittliche Jahreseinnahme 13 800 Euro betragen habe.

          Gestützt wird der Drang in die eigene Ferienimmobilie auch durch den Umstand, dass der Urlaub in einer Ferienwohnung hierzulande deutlich beliebter ist als der Hotelurlaub. Nach dem ADAC-Reisemonitor 2009 betrug der Anteil der privaten Übernachtungen in Ferienwohnungen mit 42,5 Prozent fast das Doppelte im Vergleich zu Hotels (22,2 Prozent).

          Luxus oder Klotz am Bein

          Die Studie von Home Away und Engel & Völkers bringt auch eine gewisse Struktur in den unübersichtlichen Markt. Danach teilt er sich genau hälftig auf in Ferienwohnungen und Ferienhäuser. Mit 44 Prozent liegt der Großteil der Objekte im Inland, vor allem an der Nord- und Ostsee sowie an den bayerischen Seen. Im Ausland sind Spanien (11 Prozent), Österreich (9 Prozent) und Italien (8 Prozent) am beliebtesten. Die Objekte werden vor allem direkt von anderen Privateigentümern gekauft (45 Prozent). 27 Prozent fanden der Erhebung zufolge über Makler einen neuen Besitzer, 13 Prozent über Bauträger sowie 10 Prozent über Banken und Sparkassen. Mit der Ermittlung des tatsächlichen Marktvolumens tun sich die Statistiker schwer, weil der Übergang zum Zweitwohnsitz fließend ist. Schätzungen zufolge soll es 900 000 Ferienwohnungen beziehungsweise -häuser in Deutschland geben.

          Der Verband Privater Bauherren warnt davor, den Kauf einer Ferienimmobilie auf die leichte Schulter zu nehmen. „Das Ferienhaus ist Luxus, der schnell zum Klotz am Bein werden kann“, sagt Vorstandsmitglied Klaus Kellmann. Die Immobilie sollte mindestens so kritisch geprüft werden wie der Hauptwohnsitz. Auf jeden Fall solle die Kaufentscheidung aus der Perspektive des Urlaubs und weniger unter Renditegesichtspunkten erfolgen, betont Aberdeen-Immobilienanalyst Thomas Beyerle.

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