https://www.faz.net/-gz7-9bphl

Sizilien : Zweitwohnsitz am Vulkan

Taormina, dahinter der Ätna Bild: mauritius images

Ferienhäuser auf Sizilien werden immer günstiger. Dabei bietet die Insel Kultur und schöne Strände. Doch beim Immobilienkauf lauern Gefahren.

          Zitronen, so weit das Auge reicht. Schon fast ein Klischee, hier im Land, wo sie bekanntermaßen blühen und Goethe über ihren Anblick ins Schwärmen geriet. Auch wenn es im Betrachter romantische Gefühle auslöst, wie sich der Zitrusgarten malerisch bis hinunter zum Meer erstreckt – er soll sich vor allem auszahlen. Denn er gehört zu einem vier Hektar großen Gutshof in Acireale, gelegen an der Ostküste Siziliens, der einen neuen Besitzer sucht. „Hier verdient man gleich doppelt: an der Vermietung und am Verkauf der Zitronen, sie sind sogar Bio!“, preist Luca Venora das Anwesen beim Gang durch die Felder an, das er im Auftrag des Maklerhauses Engel & Völkers (E&V) an den Mann bringen soll.

          Anne-Christin Sievers

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Seit der Dichterfürst die gelben Früchte und mit ihnen Sizilien als Höhepunkt seiner „Italienischen Reise“ lyrisch adelte, verspürten viele Deutsche eine Italien-Sehnsucht – besonders stark war sie in den fünfziger bis in die achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein. Doch die Zeiten, als man sich im vollbeladenen VW Käfer mit der ganzen Familie über die Alpen kämpfte, sind lange vorbei. Die Begeisterung der deutschen Urlauber und Käufer für Bella Italia ist abgeflaut. Nur rund 8 Prozent der Erholungsuchenden hierzulande zieht es in die Regionen südlich des Brenners. 14 Prozent der Deutschen wollen ihre Ferien lieber in Spanien verbringen, ergibt eine Umfrage des Kieler Instituts „Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen“.

          Dabei ließe sich die Sehnsucht nach dem Ferienhaus auf Sizilien wieder wecken. Als größte Insel im Mittelmeer besitzt sie schöne Küstenstreifen und hat für Kulturliebhaber einiges zu bieten – sie beherbergt fünf Stätten des Unesco Weltkulturerbes, römische, griechische und arabische Einflüsse kreuzen sich. In Catania, dem wirtschaftlichen Knotenpunkt im Osten, geht es geschäftiger zu als im wilden Palermo, der Hauptstadt Siziliens im Nordwesten, oder in Messina. Catanias Flughafen, der am dritthäufigsten genutzte Italiens, bietet zur Hauptsaison gute Direktflüge von Deutschland, in der Nebensaison allerdings weniger. Weiter nördlich liegt, an einen Steilhang gebaut, die Touristenhochburg Taormina. Durch steile, schmale Gässchen geht es vorbei an Barockbauten und Villen im sizilianischen Stil. Über der Stadt thront das antike Theater, von dem aus man auf den Vulkan Ätna und das Meer blickt. Nur Parkplätze sind Mangelware, sie werten eine Ferienwohnung gehörig auf.

          Der Weg durch den Hain aus Zitrusfrüchten führt hinunter zum Steinstrand.

          Über vielen Städten liegt der verblichene Glanz vergangener Tage. Die jahrzehntelange Herrschaft der Cosa Nostra hat ihren Anteil daran, dass öffentliche Gelder für den Tourismus versickert sind; nicht nur an der Infrastruktur hat das Spuren hinterlassen. Trotzdem ist die Insel südwestlich der Stiefelspitze ein attraktives Urlaubsziel, das durch mildes Klima, Kultur, gutes Essen und Strände besticht.

          Der günstigste Zeitpunkt für den Ferienhauskauf rückt näher

          Und durch attraktive Preise. Im vergangenen Jahrzehnt hatten Italiens Immobilien noch 20 bis 30 Prozent an Wert verloren, auch auf Sizilien, zwischen 2006 und 2014 sank die Zahl der Immobilienverkäufe. Seit kurzem habe sich der Markt aber stabilisiert, Sizilien zieht laut der italienischen Steuerbehörde wieder verstärkt internationale Käufer an. Im Jahr 2017 sanken die Preise für Ferienhäuser nur noch leicht um 1,7 Prozent. „Siziliens Immobilienmarkt hat sich noch nicht vollständig von der europäischen Finanzkrise und der italienischen Schuldenkrise Ende 2011 erholt“, sagt Antonio Carnazza, der als Lizenzpartner von E&V für den Osten der Insel zuständig ist. „Die Preise sind immer noch niedrig, obwohl die Anzahl der Verkäufe seit Ende 2013 wieder anzieht.“

          Weitere Themen

          Ausstand bei Amazon Video-Seite öffnen

          Tarifkonflikt seit 2013 : Ausstand bei Amazon

          Der Tarifkonflikt bei Amazon dauert in Deutschland bereits seit 2013 an. 300 Mitarbeiter sind am Dienstag wieder in Werne auf die Straße gegangen. Die Kunden müssten sich keine Sorgen um ihre Geschenke machen, erklärte das Unternehmen.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.