https://www.faz.net/-gz7-9imm6

„Mein Lieblingsstück“ als Buch : Treue Begleiter im Alltag

Das Buch „Mein Lieblingsstück“ mit den besten Kolumnen aus der F.A.S. ist jetzt bei Busse Seewald Lifestyle erschienen. Bild: Frechverlag

Für unsere Kolumne „Mein Lieblingsstück“ fragen wir bekannte wie interessante Menschen, welche Objekte sie zu Hause nicht missen möchten. Daraus ist ein Buch entstanden.

          Eine schöne Wohnung macht noch lange kein Zuhause. Daran werden mit Sicherheit weder die begnadetste Interior Designerin noch der beste Raumausstatter etwas ändern. Selbstverständlich können Profis eine Menge dafür tun, dass wir uns in gut geplanten Räumen wohl und behaglich fühlen. Und keine Frage, eine perfekt und mit Liebe zum Detail in Szene gesetzte Umgebung schmeichelt jedem Auge. Ganz wunderbar lässt sich das ja in den Wohnlabors unserer Zeit erleben: den Design-Hotels. Nur wer wollte schon, mal abgesehen von Ausnahmeerscheinungen wie Rocklegende Udo Lindenberg, auf Dauer im Hotel Wurzeln schlagen? Auch wenn diese Räumlichkeiten noch so exquisit, originell oder individuell eingerichtet sind – etwas fehlt.

          Birgit Ochs

          Verantwortliche Redakteurin für „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Zuhause, das ist der Ort, an dem wir uns wiedererkennen. Das liegt an den Dingen, mit denen wir uns umgeben. Vielleicht gehören Sie zu jenen Zeitgenossen, denen nur sorgsam, nach strengen Kriterien ausgesuchtes Mobiliar ins Haus kommt. Oder zu jenen, deren Einrichtung eine bunte Mischung ist. Mag sein, dass in Ihren vier Wänden vor allem das Motto „Hauptsache, praktisch!“ gilt. Egal. Denn gleich ob Minimalismus oder Boho-Stil, Hang zur Nostalgie oder Faible für Vollholzoptik, auf die persönlichen Ingredienzen kommt es an, und unter denen liegt den meisten Menschen dann meist eines besonders am Herzen – das Lieblingsstück. Um genau das geht es in unserer Kolumne „Mein Lieblingsstück“, in der auf diesen Seiten im Zweiwochentakt bekannte wie interessante Menschen ihr liebstes Wohnaccessoire vorstellen.

          Wie es dazu kommt? In den meisten Fällen telefonieren wir dazu mit den Teilnehmern und verfassen währenddessen ein kleines Protokoll. Einige lassen es sich nicht nehmen und schicken einen selbstverfassten Text. Und weil man die „Lieblinge“ ja auch sehen will, werden sie fotografiert – mit der Handykamera, von den Besitzern höchstpersönlich.

          Geschichten voll Witz, Selbstironie oder stiller Melancholie

          Ganz einfach? Schön wär’s! Zugegeben, manchmal geht es fix und die Teilnehmer sind schon kurz nach der Kontaktaufnahme zu sprechen. Im Fall des Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar geriet die Lieblingsstück-Produktion sogar fast zum Selbstläufer. Kaum war seine Teilnahme abgemacht, schon war der Text da. Eine Nachfrage und ein freundliches „Cheers, Ranga“ später – und der Beitrag war auf der Seite.

          Doch nicht immer verläuft die Sache so reibungslos und glücklich. Die Kollegin, die sich um die Gesprächstermine kümmert, kann ein Lied davon singen. Der Weg zu Schauspielerinnen, Designern, Fernsehmoderatoren und Sportlerinnen führt in vielen Fällen zunächst vorbei an strengen PR-Büros und persönlichen Assistentinnen, die genau auswählen, für wen ihre Schützlinge und Chefinnen zu sprechen sind.

          Selten ist mangelnder Wille die Hürde, eher der volle Terminkalender. Fehlende Zeit kann auch bei besten Absichten dazu führen, dass sich alles in die Länge zieht. So hatte das Gespräch mit dem Regisseur Hans Steinbichler mehr als zwei Jahre Vorlauf. Die Zusage kam zwar prompt und persönlich, doch klappen wollte es nie. Immer kam etwas dazwischen. Für eine Weile geriet die Angelegenheit in Vergessenheit – bis es dann eines Tages endlich so weit war. Zur vereinbarten Zeit meldete sich Hans Steinbichler aus dem Auto. Die Verbindung auf der Strecke sei manchmal schlecht, warnte der Filmemacher noch und war schon im ersten Funkloch verschwunden. Es sollten noch drei weitere folgen. Schließlich fuhr Steinbichler auf einen Rastplatz und erklomm sogar einen kleinen Hügel, um die Geschichte zu Ende zu bringen. Es ist eine schön-verrückte Geschichte, eine sehr persönliche dazu und, das sei an dieser Stelle verraten, eine, in der es um Familienbande geht. Überhaupt sind viele Lieblingsstücke Ausdruck der Verbundenheit. Oft geht es um Erinnerungen – vor allem an besondere Begegnungen, an Reisen, an Glückskäufe, an Schönes, aber auch Peinliches.

          Kostbar können uns ganz banale Gegenstände sein, die ihren Besitzer treu durch den Alltag begleiten. Einige der kleinen Erzählungen berichten von Dingen, wunderbaren Fundstücken, zufällig entdeckt und erworben. Manche wecken Begehrlichkeiten. Es gibt witzige Geschichten und solche voller Selbstironie oder stiller Melancholie. Kein Wunder, dass auf unseren Wohnen-Seiten „Mein Lieblingsstück“ selbst zum Liebling geworden ist.

          Weitere Themen

          Das ist das teuerste Land Europas Video-Seite öffnen

          17 Euro für eine Pizza : Das ist das teuerste Land Europas

          Für eine Einzimmerwohnung in Reykjavik werden durchschnittlich 1300 Euro fällig, für eine Pizza zahlt man 17 Euro und selbst eine Flasche Bier kostet sieben Euro – das Leben in Island ist eindeutig nichts für Sparfüchse.

          Topmeldungen

          Engpass bei Medikamenten : Wenn die Arznei nicht mehr zu haben ist

          Patienten im Rhein-Main-Gebiet bekommen immer häufiger nicht ihre benötigten Medikamente. Apotheker müssen manche Kunden aufgrund von Lieferengpässen wegschicken. Doch das Problem ist längst nicht mehr nur regional.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.