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Der Wohn-Knigge : Rettung vor dem Piano-Mann

  • -Aktualisiert am

Was musikalische Laien auf dem Klavier produzieren, ist nicht immer ein Ohrenschmaus. Bild: plainpicture/Erickson/Jim Ericks

Wenn der Nachbar mit seinem Klavierspiel andere Bewohner in den Wahnsinn treibt, hilft nur umziehen oder mit ihm zu sprechen. Dabei ist diplomatisches Geschick gefragt.

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          Ich werde noch verrückt. Über mir wohnt ein älterer Herr im Haus, der tagsüber stundenlang Klavier übt. Leider spielt er miserabel, aber laut Mietvertrag darf er üben. Soll ich mich beschweren?

          Holla, die Freuden des Lebens in Mietskasernen. Dabei haben Sie mein ganzes Mitgefühl. Ich hatte mal eine Nachbarin, die jeden Nachmittag, den der liebe Gott schuf, den Gospelklassiker „Go down Moses“ am Klavier übte. Leider wurde sie auch kaum besser. Obwohl ich Musik heiß liebe und es schön finde, wenn es im Haus mal knackt, scharrt und dudelt, wurde ich nach drei Wochen aggressiv, wenn nur das Anfangsintervall erklang, diese nervige kleine Sexte. Ich wartete obsessiv auf die erste Stolperstelle im dritten Takt und fing an, mit der Nachbarin wie eine Irre durch die Decke zu reden, wenn sie wieder danebengriff. Es war pure Folter, bis aufs Blut.

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