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Trends im Wohnzimmer : Die neue Opulenz löst den Minimalismus ab

Es darf auch etwas mehr sein: Der Einrichtungstrend des Maximalismus setzt auf knallige Farben, auffällige Muster und gewagte Kombinationen. Bild: Annie Schlechter

Der Minimalismus im Wohnzimmer hat ausgedient. In Zeiten des Mangels gewinnt jedes einzelne Stück an Wert. Wer will sich da noch reduzieren?

          5 Min.

          Clean, reduziert, aufgeräumt: Lange galt der Minimalismus in vielen Lebensbereichen als Maß aller Dinge. Überbordende Opulenz dagegen als protzig. Nirgendwo hat sich das so deutlich gezeigt wie in Architektur und Einrichtung. Leben und Wohnen sollte Ton in Ton, in dezenten, gedeckten Farben wie Nude, Beige und Weiß, mit klaren Formen und wenig Mustern gestaltet sein. Besondere Bühne für den Lifestyle bot das eigene Zuhause, das zuhauf auf sozialen Plattformen inszeniert wurde. Die Bandbreite reichte vom noch gemütlichen Skandi-Chic mit seinen pastellfarbenen Wohnlandschaften und natürlichen Materialien bis hin zum nüchternen Reduktionismus à la Feng-Shui, Japandi und Marie Kondo, der auf schlichte, filigrane und funktionale Möbel setzte und dem bisweilen bei aller Askese das Individuelle abging. Was nicht unbedingt gebraucht wurde, war überflüssig.

          Anne-Christin Sievers
          Redakteurin im Ressort „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Deshalb stand am Anfang das große Aussortieren, um die Räume zu leeren – und damit den Geist. Das höchste Ziel war es, ein Zuhause zu schaffen, das Ruhe, Klarheit und Harmonie ausstrahlt, immer aufgeräumt wirkt (was in der Praxis nie so ganz funktioniert hat) und in dem einzelne wenige Objekte gerade wegen der Leere besonders zur Geltung kommen. Denn drum herum war von allem zu viel da.

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