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Teuer und aufwendig : Das smarte Haus kommt erst Jahre später

Zukunftsmusik: Noch scheuen sich die Deutschen, viel Geld ins Smart Home zu stecken. Bild: mauritius images

Technisch ist schon vieles möglich. Doch das Smart Home stockt. Denn der Einbau ist teuer und aufwendig, der Vertrieb träge und der Kunde zögerlich.

          Das intelligente – neudeutsch: smarte – Haus kommt. Die Technik ist weitgehend verfügbar, wie nicht zuletzt auf der Licht- und Haustechnikmesse Light & Building vor Ostern in Frankfurt zu sehen war. Auf dem Gang durch die Stände der 2700 Aussteller ist überall Digitaltechnik zu sehen – Steuerungen, Messgeräte, Verbindungstechnik und die digitale Auswertung auf Großbildschirmen und Leuchten, die mit Dutzenden Sensoren ausgestattet sind, von der Helligkeitsmessung über den Bewegungsmelder bis zur Kamera.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

          Jonas Jansen

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.

          Und dennoch: Das smarte Home tut sich in der Umsetzung schwer. Michael Ziesemer, Präsident des Verbandes ZVEI, entführte die Zuhörer des Intersec-Forums für vernetzte Gebäudesicherheit in das Jahr 2025, um das sichere Haus zu beschreiben: Angenommen, ein defektes Kabel löst in einem Bürogebäude einen Schwelbrand aus. „Früher wäre das unter Umständen stundenlang unentdeckt geblieben – mit entsprechend hohen Kosten für die Sanierung. Wir wären auch nur mit großer Mühe in der Lage gewesen, den Brandherd zu orten und herauszufinden, welcher Gebäudeabschnitt überhaupt betroffen ist“, sagt Ziesemer. Unter Umständen wäre das gesamte Gebäude evakuiert worden. „Im aktuellen Fall hat das Echtzeit-Gebäude-Wärmebild in Verbindung mit Sensoren zur Brandfrüherkennung in unserer Sicherheitszentrale schon nach wenigen Minuten gemeldet, dass im zweiten Stock etwas im Argen liegt.“ Gleichzeitig haben die Luftqualitäts-Sensoren angeschlagen: In einem Aufzugschacht wurden erhöhte CO2-Werte gemessen. „Damit konnte der Brandherd schnell eingekreist und isoliert werden. Innerhalb einer Stunde war das Problem gelöst“, sagt Ziesemer.

          Aber diesen Fall verlegte der ZVEI-Präsident in das Jahr 2025 und in ein Bürogebäude. Beides – Zeit und Ort – sagt etwas aus über die Digitalisierung im Haus: Sie kommt langsam und wird sich zunächst in Gewerbegebäuden durchsetzen. In Privathaushalten befinden sich viele noch in einer Experimentierphase: Da wird der Sprachassistent Echo von Amazon mit den Hue-Leuchten von Philips vernetzt, damit man die Lampen mit einem Sprachbefehl steuern kann. Die Vernetzung schreitet dann aber eher punktuell voran. Nach und nach kommen mehr Funktionen hinzu. Das ist reizvoll für Bastler, aber noch weit davon entfernt, jeden Haushalt umzukrempeln.

          In der Gebäudetechnik ticken die Uhren langsamer

          Dass sich die digitale Vernetzung im Haus langsamer durchsetzt als in der industriellen Produktion (Industrie 4.0) oder in der Logistik (autonomes Fahren), liegt nach den Worten von Hans-Georg Krabbe, dem Vorstandsvorsitzenden der deutschen ABB AG, an der Dreistufigkeit der Gebäudegewerke. Während man in der Industrie direkt mit dem Kunden verhandele, liegen in der Gebäudetechnik der Großhandel und das Handwerk zwischen Hersteller und Kunde. Damit dauere hier alles drei Jahre länger.

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