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Klimaschutz im Kohleland : Energiewende in Bottrop von unten

Energetische, inzwischen längst abgeschlossene Sanierung eines Einfamilienhauses in Bottrop Bild: Johannes Pennekamp

Im Herzen des Ruhrgebiets, wo im Dezember die letzte Steinkohlezeche ihre Tore schloss, wird Klimaschutz so großgeschrieben wie kaum woanders. Wie ist das gelungen?

          4 Min.

          Frisch sanierte Gründerzeitfassaden und ausladende Höfe voller Ahorne prägen das Straßenbild im Essener Eltingviertel. Doch es ist keine fünf Jahre her, da war dieser Fleck im nördlichen Teil der Innenstadt alles, nur kein Vorzeigequartier. Binnen kürzester Zeit hat es einen Wandel vollzogen. Heute strahlt das Viertel, wie es kein Frühjahrsputz zu leisten vermag, von außen wie innen. Ein beträchtlicher Teil der dreieinhalbtausend Wohnungen wurde energetisch umgerüstet. Rohr an Rohr spannt sich das Fernwärmenetz nunmehr unter Gebäuden, Straßen und Plätzen. Und die Arbeiten dauern an. Auch in diesem Jahr wird im Viertel wieder kräftig gebaggert und geschraubt.

          Niklas Záboji

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Als erste von zahlreichen weiteren Städten im Ruhrgebiet hat sich Essen mit dem Eltingviertel eingeklinkt in die sogenannte Innovation City Initiative. Die hat ihren Ursprung im benachbarten Bottrop. Anders als in Essen schließt das Projektgebiet dort aber nicht bloß einzelne Stadtteile, sondern gleich das gesamte Zentrum und mit knapp 70.000 Menschen mehr als die Hälfte der Einwohner ein. 2010 von einem Bündnis aus Politik und Wirtschaft gegründet, hat sich die Innovation City Initiative in Bottrop den Umbau zur „klimagerechten Stadt“ auf die Fahnen geschrieben. Im Herzen des Ruhrgebiets, wo sich früher rauchende Schlote aneinanderreihten und im Dezember die letzte Steinkohlezeche ihre Tore schloss, wird Klimaschutz so großgeschrieben wie kaum woanders.

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