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Berlin : Luxus für den Kiez

Standort mit Blick auf den Berliner Fernsehturm: Solche Perspektiven sind in der Hauptstadt begehrt Bild: AFP

In der Mieterstadt Berlin ist schickes Wohneigentum Mangelware. Doch nicht jedes ambitionierte Wohnprojekt ist deshalb ein Erfolg. Vielen Vorhaben schlägt denn auch die geballte Skepsis aus der Nachbarschaft entgegen.

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          Das Gerede von Luxuswohnungen gefällt Maik Uwe Hinkel gar nicht. Vier Zimmer, Küche, Bad und Gäste-WC auf rund 160 Quadratmetern - „mit einer vierköpfigen Familie lässt sich das doch locker bewohnen“, urteilt der Geschäftsführer der CIC Group. Der Projektentwickler ist zur Baustellenbesichtigung in die Schwedter Straße 43-45 gekommen. Hier im Altbauquartier, wo die Stadtteile Prenzlauer Berg und Mitte aufeinandertreffen, entstehen die „Kastaniengärten“.

          Birgit Ochs

          Verantwortliche Redakteurin für „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Insgesamt 42 Wohneinheiten hat die CIC Group auf dem Grundstück geplant, als Etagenwohnungen, Stadt- und sogenannte Atelierhäuser. Den Quadratmeterpreis beziffert Geschäftsführer Hinkel mit 2700 bis 3400 Euro. Als Kaufpreis für die 165 Quadratmeter großen 4-Zimmer-Wohnungen verlangt sein Unternehmen 450.000 bis 490.000 Euro. „Es ärgert mich, wenn da von Luxuswohnen die Rede ist“, sagt Hinkel und spielt auch auf die Vorbehalte an, die Neubauvorhaben wie diesem aus der Nachbarschaft entgegenschlagen. „Luxus fängt bei mir bei 10.000 Euro an.“

          390.000 Euro für 124 Quadratmeter

          Von Luxus mag auch Willo Göpel nichts hören. Der Sprecher der Objektgesellschaft Stadtgärten im Winsviertel hat mit Projektpartnern zuletzt die „Prenzlauer Gärten“ entwickelt, ein Quartier, das viktorianische Fassaden imitiert. Die „Winsgärten“ sind eine Variante des Konzepts. Die Kaufpreise entsprechen in etwa dem, was die CIC für den Quadratmeter in den „Kastaniengärten“ fordert. Auch der Anbieter Stofanel, der „Marthashof“ auf dem Nachbargrundstück der „Kastaniengärten“ plant, bewegt sich mit einem Preis von 390.000 Euro für eine 124 Quadratmeter große Wohnung in ähnlicher Größenordnung.

          Gleich, ob sie mit schlichter Fassade (Kastaniengärten) oder eher im angelsächsischen Retrolook (Winsgärten) präsentieren, die Neubauten sollen die gleiche Kundengruppe ansprechen: „Mehr als 80 Prozent der Käufer kommen aus dem Kiez“, sagt CIC-Geschäftsführer Hinkel. „Unseren Käufern braucht man Berlin nicht zu erklären, sie kennen es“, bestätigt Göpel. Von einem massiven Zuzug auswärtiger oder ausländischer Käufer könne keine Rede sein, berichten die beiden - und spielen darauf an, dass die deutsche Hauptstadt als Zweit- oder Drittwohnsitz von international bekannten Stars und Sternchen wie Steuerberater aus Süddeutschland oder Ärzten aus Kopenhagen beliebt ist.

          Die Neubauten lieferten etwas, was in den gefragten Stadtteilen wie Prenzlauer Berg und Mitte bisher fehle: Wohnraum für Doppelverdiener mit Kind(ern). In Prenzlauer Berg, wo einst Arbeiter und Militärs wohnten, sind die Altbauwohnungen selten größer als 120 Quadratmeter. „Das ist nicht Charlottenburg“, sagt Göpel.

          Preisniveau wie in Frankfurt, Hamburg oder München

          Als gehobenes „Wohnen“, charakterisieren er wie Hinkel das Angebot. Wins-, Kastaniengärten und Marthashof sind nur drei aus einer ganzen Reihe von Vorhaben, die in dieser Kategorie mit Angeboten auf den Markt kommen. Das Preisniveau bewegt sich auf ähnlichem Level wie in Frankfurt, Hamburg oder München. Dagegen sehen Marktberichte wie jener der LBS für das Jahr 2008 Berlin insgesamt deutlich hinter diesen Großstädten wie auch hinter Düsseldorf, Köln und Stuttgart.

          Schließlich ist Berlin eine geräumige Stadt. Doch in den angesagten Quartieren klettern die Baulandpreise nicht zuletzt durch das Engagement ausländischer Investoren. Die Preise seien immer noch moderat, sagen die Anbieter, denn an der Spree blickt man auf die Wohnungsmärkte in London, Paris, Rom oder New York. „Und da wird ganz anderes verlangt“, sagt Hinkel.

          In diese Liga wollte das Immobilienunternehmen Orco Germany mit den „Fehrbelliner Höfen“ vordringen. Nur ein paar Straßenzüge weiter südlich von „Kastaniengärten“ und „Marthashof“ gelegen, sollten 154 Wohnungen teilweise zu dem für diese Gegend ambitionierten Preis von 6000 Euro und weit mehr je Quadratmeter entstehen.

          Stillstand auf der Baustelle

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