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Bau : Wenn Pfusch zum Albtraum wird

Bild: Andreas Weishaupt

Baumängel sind weiter verbreit als viele Hausbauer denken. Vor allem in den vergangenen Jahren haben die Schäden stark zugenommen. Unabhängige Prüfer versprechen Bauherren, Fehler aufzudecken und Folgekosten zu vermeiden. Das klappt nicht immer.

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          Deborah van den Boogaard ist keine Frau mit Hang zur sprachlichen Überzeichnung. Doch irgendwann sagt sie „Desaster“ (siehe auch: Im Gespräch: „Beweislast liegt beim Bauherren“). Wenn sie von dem Haus erzählt, das sie gemeinsam mit ihrem Mann und den beiden Kindern bewohnt, kann sie es einfach nicht vermeiden. Denn obwohl erst sieben Jahre alt, ist ihr Eigenheim in Falkensee nahe Berlin schon ein schwerer Pflegefall: Von Anfang an bereitete der feuchte Keller Probleme. Immer neue Schäden tauchten als Folge der Nässe auf. Auf der Bodenplatte steht seit Jahren permanent Wasser, manchmal bis zu 10 Zentimeter hoch. Alles Abpumpen bringe nur eine kurzfristig Entlastung, erzählen die Bewohner.

          Birgit Ochs
          Verantwortliche Redakteurin für „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Der Keller ist mittlerweile so stark von Schimmel befallen, dass die Familie ihn meidet. Eigentlich wollte sie einen Teil auch als Wohn- und Arbeitsräume nutzen, nun trennt eine Spezialschleuse ihn vom Rest des Hauses. Sie soll verhindern, dass sich die Sporen und Bakterien im Haus ausbreiten. Nur noch um Wäsche zu waschen, steigt die Hausherrin hinab - mit Mundschutz und Spezialschuhen.

          Unzählige Telefonate und Briefe

          Die Bilanz, die das Ehepaar zieht, fällt traurig aus: Die Familie bewohnt ein Haus, das sich nur eingeschränkt nutzen lässt, das deutlich an Wert verloren hat und dessen Schäden und Mängel sie seit Jahren beschäftigt. Unzählige Telefonate und Briefwechsel mit Anwälten und Gutachtern haben die beiden hinter sich. Seit drei Jahren befasst sich das Landgericht Potsdam mit der Frage, wie groß der Schaden ist und wer dafür die Verantwortung trägt. Ein Gutachter schätzt allein die Sanierungskosten auf 200.000 Euro. Wie neu wird das Haus davon nicht.

          „Eigentlich dachten wir, alles richtig gemacht zu haben“, sagt Deborah van den Boogaard im Rückblick. Sie hätten sich keineswegs unbedarft in das Bauabenteuer gestürzt, berichtet die Hausherrin. So erkundigten sie sich vor Abschluss des Kaufvertrags über den örtlichen Bauunternehmer und ließen sich Referenzobjekte zeigen. Vor allem aber zogen sie einen eigenen Sachverständigen hinzu. „Dazu wird ja immer geraten, da man als Laie die Bauqualität gar nicht beurteilen kann“, sagt Deborah van den Boogaard.

          Weitverbreitetes Phänomen

          Tatsächlich ist Pfusch am Bau ein weitverbreitetes Phänomen, das die Bauherren teuer zu stehen kommt. Im vergangenen Jahr meldete die Dekra Real Estate Expertise Schäden in Höhe von 1,4 Milliarden Euro. Die Anzahl der Mängel sei im Vergleich zum Vorjahresbericht um zirka 34 Prozent gestiegen. Im Schadensfall zahlen Eigenheimbesitzer nach Angaben des Verbands Privater Bauherren (VPB) im Durchschnitt 23000 Euro Folgekosten, wenn die Mängel erst nach Fertigstellung entdeckt werden. Das entspricht immerhin dem Kaufpreis eines Mittelklassewagens. „Die Zahl der Schadensfälle ist auch dieses Jahr nicht rückläufig“, sagt Eva Reinhold-Postina vom VPB.

          „Damit Ihr Hausbau nicht zum Albtraum wird“, empfehlen sich längst ganze Heerscharen von Prüfdienstleistern als Helfer in der Not. Neben selbständigen Gutachtern und Sachverständigen, wie sie der VPB vermittelt, haben sich auch Institutionen wie die Dekra oder der TÜV auf diesem Gebiet spezialisiert.

          Fünf-Phasen-Check vom TÜV

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