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Immobilien-Investments : Weniger Haus

Immobilien-Investments werden bei Millionären immer unbeliebter. Doch weshalb? Bild: dpa

Der Immobilienanteil in den Portfolios der Millionäre ging global gegenüber dem Vorjahr von 17,9 auf 14 Prozent zurück. Weshalb ist das so? Und wie investieren Millionäre jetzt?

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          Der Immobilienanteil in den Portfolios der Millionäre in aller Welt ist zuletzt spürbar zurückgegangen. Das geht aus dem „Global Wealth Report 2017“ der Unternehmensberatung Capgemini hervor, für den unter anderem im zweiten Quartal 2017 rund 2.500 Vermögensbesitzer aus vielen Ländern befragt wurden. Dem Bericht zufolge stieg die Zahl der Personen mit einem „anlagefähigen“ Vermögen (ohne selbstgenutzte Immobilien und Sammlerstücke) von mehr als einer Million Dollar gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent auf 16,5 Millionen. In Deutschland erhöhte sich die Zahl der Millionäre um 6,8 Prozent auf 1,28 Millionen.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Immobilienanteil in den Portfolios der Millionäre (wieder ohne selbstgenutzte Immobilien) ging hingegen global von 17,9 auf 14 Prozent zurück. In Europa, einschließlich Deutschland, war der Rückgang etwas schwächer, von 21,8 auf 18 Prozent. Den größten Zuwachs im Vermögen der Millionäre verzeichneten dagegen die Anlageklassen Aktien (plus 6,3 Prozentpunkte auf 31,1 Prozent) sowie Bargeld und Äquivalente (plus 3,8 auf 27,3 Prozent).

          Klaus-Georg Meyer von Capgemini war bei der Deutung dieser Zahlen vorsichtig. Ein Teil des Anstiegs der Aktienanteile in den Vermögen der Millionäre werde vermutlich einfach durch die hohen Kursstände an den Börsen zu erklären sein. Manche vermögende Kunden hätten zwar den prozentualen Aktienanteil in ihrem Portfolio durch Vereinbarungen mit ihrem Vermögensverwalter begrenzt, diese trennten sich bei entsprechend hohen Kursgewinnen von einem Teil der Aktien.

          Das gelte aber längst nicht für alle Vermögensbesitzer. Da die Aufteilung des Vermögens auf die verschiedenen Anlageklassen durch Umfragen ermittelt werde, ist zudem zumindest nicht auszuschließen, dass die Befragten Wertsteigerungen von Immobilien nicht in gleichem Maße und nicht so schnell berücksichtigen wie bei börsennotierten Wertpapieren. Meyer sagte aber auch, dass Immobilien auf einigen Märkten schon recht hoch bewertet seien und die Millionäre möglicherweise auch deshalb 2016 nicht mehr in gleichem Maße investiert hätten wie in den Vorjahren. Aus den Zahlen sei hingegen nicht gleich auf eine Verkaufswelle zu schließen.

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