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Finanzen : Geldanlage in Immobilien immer beliebter

Solide Entwicklung für die Wohnimmobilienkonzerne

Auch Analyst Thomas Neuhold von Kepler Cheuvreux nennt Vonovia seine Top-Empfehlung im Wohnimmobilienbereich. Aber auch die Nummer zwei und drei am deutschen Aktienmarkt, die Deutsche Wohnen und LEG Immobilien, hält er für sehr attraktiv, Grand City Properties auf dem aktuellen Kursniveau sogar für extrem günstig. „Derzeit ist ein sehr guter Einstiegszeitpunkt“, ist Neuhold überzeugt. Nach einem starken ersten Halbjahr sind viele Aktienkurse zuletzt etwas gesunken. „Die Zinsdiskussionen dürften viele Anleger zu Gewinnmitnahmen genutzt haben“, sagt Neuhold.

Dass die Immobilienbranche stärker als andere von den niedrigen Zinsen profitiert, ist unbestritten. Dass die Niedrigzinsphase aber zu einem plötzlichen Ende kommen sollte, gilt jedoch als wenig wahrscheinlich. „Selbst wenn die Zinsen um einen Prozentpunkt steigen sollten, wäre das Niveau immer noch höchst attraktiv und läge noch deutlich unter den aktuellen Finanzierungskosten der meisten Unternehmen“, sagt Neuhold. „Sie könnten sich also selbst dann noch günstiger finanzieren als derzeit, weil noch viele alte und teure Kredite in den Büchern stehen.“

Unabhängig von den Zinsen bleibe zudem die sehr solide fundamentale Entwicklung für die Wohnimmobilienkonzerne erhalten. „Wenig Neubau und sinkender Leerstand führen zwangsläufig zu höheren Preisen und Mieten, von denen die Konzerne profitieren“, sagt Neuhold, insbesondere in den großen Städten, die hohe Bevölkerungszuwächse verzeichnen.

Neue Investitionsmöglichkeiten sind schwierig zu finden

Auch die Gewerbeimmobilienaktien gelten vielen Anlegern als attraktiv. Leerstände werden abgebaut, zumindest die Spitzenmieten für Büros steigen, aber auch im breiteren Markt wird eine Belebung verzeichnet. Dieser Bereich ist am Aktienmarkt jedoch kleinteiliger und erreicht für viele große institutionelle Anleger nicht die kritische Größe, um dort investieren zu können. Die größten Konzerne kommen auf Börsenbewertungen von drei Milliarden Euro, die meisten liegen deutlich dahinter. In Dax-Reichweite ist jedenfalls keiner. Vonovia kommt derzeit allein auf gut 15 Milliarden Euro Börsenwert und damit mehr als alle Gewerbeimmobilienaktien zusammen. „Gewerbeimmobilien sind auch stärker konjunkturabhängig als Wohnimmobilien“, sagt Neuhold. Mit der Deutschen Euroshop hat der Analyst aber auch hier einen klaren Favoriten. „Die haben noch teure Kredite, die demnächst auslaufen, so dass die Finanzierung um 20 Prozent günstiger wird. Außerdem ist das Portfolio sehr konservativ bewertet und die Dividendenrendite mit 3,5 Prozent attraktiv.“ Analyst Kanders nennt hier die Hamborner Reit als Favoriten. „Die haben mit vier Prozent die höchste Dividendenrendite, seit 1990 noch nie die Dividenden gesenkt, die Kassen nach einer Kapitalerhöhung noch voll und haben mit Edeka, Kaufland und Obi solide Mieter an guten Standorten.“

Den Vergleich mit den meist auch auf Gewerbeimmobilien wie Büros, Einkaufszentren, Supermärkte und Hotels fokussierten offenen Immobilienfonds müssen die Aktien jedenfalls nicht scheuen. Die mit viel Geld überschütteten Fonds tun sich derzeit schwer, neue Investitionsmöglichkeiten zu finden, und haben nach Fondsgebühren oft nur noch Renditen von zwei bis drei Prozent. Allein die Dividendenrenditen der Aktien liegen meist höher. Dafür muss der Aktienanleger höhere Kursschwankungen aushalten, während sich die Fonds eher gemächlich entwickeln. Kreditfinanzierte Engagements in einzelne Immobilien durch Privatanleger, die derzeit stark nachgefragt sind, haben den Nachteil des hohen Klumpenrisikos, da in der Regel nur wenige Immobilien gekauft werden können und daher keine so hohe Risikostreuung wie in Fonds und der Aktiengesellschaft stattfinden kann.

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