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Garten des Jahres : Ohne Pflaster und Beton

  • -Aktualisiert am

Flache Bodendecker anstatt Platten: Hier sitzt man nicht nur im, sondern auch auf dem Grünen. Bild: Ferdinand Graf Luckner

Auch im Garten gibt es oft versiegelte Flächen. Wie man ohne sie auskommt und selbst Terrassen grün gestaltet, zeigt der „Garten des Jahres“.

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          Keine gepflasterten Wege, keine Terrassenplatten, keine Treppenstufen. Stattdessen Naturstein und jede Menge Pflanzen. Ein Garten in der Nähe von Hannover zeigt, wie sich ohne die sonst üblichen versiegelten Flächen auskommen lässt. Auf Beton wird verzichtet, die Steine sind, zumindest theoretisch, wiederverwendbar, und das Dach des Wohnhauses ist komplett begrünt. Ein Musterbeispiel nachhaltiger Gestaltung?

          Rund 1900 Quadratmeter ist das Grundstück groß. Etwas versteckt liegt es in einem Vorort von Hannover. Wo einst ein Bau aus den 1930er Jahren stand samt Blechgarage, Rasen und Obstbäumen, findet sich nun ein Ensemble aus Wohnhaus und Felsenlandschaft. Ein weitläufiges, eingeschossiges Gebäude mit Holzfassade und riesigen Fensterfronten schmiegt sich in einen Hanggarten. Auf der einen Seite fällt er gemächlich zum Wohnzimmer hin ab, rollt quasi hindurch, um auf der anderen Seite sanft auszulaufen. Wer drinnen sitzt, ist trotzdem mitten im Grünen.

          Eine einzelne Blasenesche (Koelreuteria paniculata) setzt einen Akzent zwischen den Stauden am Hang, weiter oben bilden Eichen, Rhododendron und ein Walnussbaum eine Kulisse. Über allem thront ein weiteres Bauwerk, ein Baumhaus hoch oben in der Krone einer der Eichen. Der moderne Kubus auf Stelzen macht Sitzen in der Abendsonne und einen weiten Blick ins Umland möglich. Ein Kontrapunkt zur Senke, umgeben von und schwebend über dem Grün.

          Felsen als Treppenstufen

          Dieses Grün ist, abgesehen von den Wintermonaten, ausgesprochen üppig. Das war der Wunsch von Till und Simone Dammermann, die einen Garten voller Pflanzen, „möglichst ohne rechte Winkel und schnurgerade Mauern“ wollten, mit „wenig Rasen und auf gar keinen Fall Schotter“: „Keine übertriebene Reinlichkeit. Ein Garten muss natürlich sein.“

          Das Ehepaar beauftragte Landschaftsarchitektin Petra Pelz, die für ihre reichhaltigen Pflanzbilder bekannt ist. Sie setzte Stauden wie Steppensalbei (Salvia nemorosa), Röhrenstern (Amsonia) und Japanwaldgras (Hakonechloa macra), die die Felsblöcke im Laufe der Saison fast unter den Blättern, Blüten und Halmen verschwinden lassen. Päonien und Indigo-Lupinen (Baptisia), Sonnenhüte (Echinacea) und Astern mischen sich in eine Matrix aus Blaugras (Sesleria). „Hier geht es um das Zusammenspiel von Pflanze und Stein“, sagt die Planerin.

          Im Winter allerdings bestimmen die Ocker- und Grautöne der Grauwacke das Bild. Dann ist die Struktur zu erkennen, die Peter Berg geschaffen hat. Denn dies ist ein Gemeinschaftsprojekt der beiden Designer. Rund 350 Tonnen Gestein terrassieren das Gelände, Felsen fungieren als unregelmäßige Treppenstufen. Mittels einer Drohne wurden die exakten Abmessungen der Steine und die Größe der Beetflächen erfasst.

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