https://www.faz.net/-gz7-9y7b1

Krisenfeste Gartenarbeit : Pflanzen für die Seele

  • -Aktualisiert am

Grünes Fenster zur Welt: Auch ein kleiner Balkon ist in diesen Wochen von unschätzbarem Wert. Bild: www.plainpicture.com

In diesen Tagen sollen alle zuhause bleiben und versuchen es sich dort besonders schön zu machen. Für ein grünes Umfeld auf dem Balkon oder im Garten braucht es zum Glück nicht viel.

          5 Min.

          Die Blüte der Narzisse im morgendlichen Gegenlicht. Die Blättchen der Hainbuche, die mit jedem Tag ein bisschen größer werden. Die sich ausrollenden Triebe der Wiesenraute, die ersten keimenden Tomatenpflanzen. In diesen Tagen liegt das Glück im Kleinen, in den Dingen, die sonst im Alltag eher schnell untergehen.

          Selten verbringen wir so viel Zeit zu Hause, und selten war die Sehnsucht größer, nach draußen zu gehen. Der Radius ist eingeschränkt, das unmittelbare Umfeld rückt stärker in den Fokus, und damit das Bedürfnis, nicht nur die Wohnung, sondern auch Balkon oder Garten schöner zu machen.

          Dafür ist meist gar kein großer Rundumschlag nötig. Selbst wenn die Möglichkeiten begrenzt sind, reicht es vielleicht, einen Topf mit Kräutern zu bepflanzen oder zwei, drei Stauden im Beet zu versetzen. Oder etwas zu säen. Denn im Frühling wächst und keimt alles, und damit auch die Lebensfreude. Selbst auf engstem Raum.

          Inspiration fürs Beet

          Der Garten erwacht zum Leben. Das letzte trockene Laub ist von den Beeten verschwunden, und die Stauden treiben aus. Das Salomonssiegel kommt in schlanken Spitzen aus der Erde, der Kerzenknöterich hat ansehnliche Blätter, die ahnen lassen, dass er sich in diesem Jahr zu einer stattlichen Pflanze entwickeln wird.

          Das Bild bestimmen jedoch die Zwiebelblumen. Narzissen und Hyazinthen blühen, Tulpen öffnen sich. Jetzt ist der beste Zeitpunkt, um für das kommende Frühjahr zu planen. Denn nun fällt auf, wo Lücken im Beet klaffen, wo Tulpen nicht wiedergekommen sind, wo eine Gruppe Narzissen hinpassen würde und wo vielleicht ein guter Platz für eine Persische Kaiserkrone (Fritillaria persica) wäre. Auch wenn die Zwiebeln erst im Herbst gepflanzt werden können: Für die Zukunft planen tut gut, und online lassen sie sich jetzt schon auswählen, manchmal sogar vorbestellen. Man kann einen Plan machen, was wo hin soll, und im frühen Herbst setzen. Allein die Vorfreude stimmt froh.

          Die meisten Stauden dagegen können genau jetzt gepflanzt werden. Gut, dass viele Gärtnereien versenden. Bestellen ist kein Problem, solange die Kapazitäten der Zusteller nicht für dringendere Dinge des täglichen Bedarfs gebraucht werden. Gerade spezielle Pflanzen, etwa besondere Elfenblumen- oder Storchschnabelsorten sind ohnehin nicht im Gartencenter erhältlich.

          Gaumenfreude aus dem Topf: Tomaten schmecken köstlich und die Pflanzen passen auf jeden Freisitz.
          Gaumenfreude aus dem Topf: Tomaten schmecken köstlich und die Pflanzen passen auf jeden Freisitz. : Bild: www.plainpicture.com

          Wer noch hinauskann in die Natur, holt sich dort Inspiration. Im Wald blühen Scharbockskraut und Veilchen, der Aronstab hat seine großen Blätter entrollt. Viele dieser Frühblüher gibt es in Sorten für den Garten, wo sie den Boden unter laubabwerfenden Gehölzen aufwerten. In gut sortierten Staudengärtnereien ist zum Beispiel Scharbockskraut mit dunklem Laub und leuchtend gelben Blüten (Ranunculus ficaria ’Brazen Hussy‘) erhältlich, Duftveilchen mit schneeweißen oder rosafarbenen Blüten (Viola odorata ’Alba‘ und ’Melanie‘) oder Italienischer Aronstab (Arum italicum) mit einer silbrigen Blattzeichnung.

          Fehlt dem Gartenbeet etwas Interessantes für den Frühsommer, eignet sich etwa der Gelbe Affodill (Asphodeline lutea). Die duftende Prärie-Seidenpflanze (Asclepias speciosa) dagegen blüht im Hochsommer, die dunkellila Rauhblatt-Aster (Aster novae-angliae ’Nachtauge‘) im Oktober. Die trockenen Blütenstände des Chinesischen Süßholzes (Glycyrrhiza yunnanensis) sehen sogar den ganzen Winter hindurch spektakulär aus.

          Auch Essbares findet sich jetzt schon im Garten. Nicht nur Bärlauch, auch junger Giersch lässt sich zubereiten, zum Beispiel als Pesto. Zarte Löwenzahnblätter bringen Geschmack an den gekauften Blattsalat. Für die nächsten Monate gilt: Selbst wenn kein Gemüsebeet vorhanden ist, selbstgezogene Salate, Mangold oder Erdbeerpflanzen passen auch in Lücken im sonnigen Staudenbeet. Auch wenn die Ernte mäßig ist, kann sie einen kleinen Genuss bringen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Krise im deutschen Fußball : Die Nationalelf ist im freien Fall

          Seit dem WM-Sieg stürzt der Image-Wert des Nationalteams in den Keller, wie eine Umfrage belegt. Auch die Entfremdung von der Elf erreicht eine neue Dimension. Das hat nicht nur mit Niederlagen auf dem Rasen zu tun.
          Neue Hoffnung für die Blockchain: Kommt diesmal der Durchbruch?

          Zukunft der Computer : Bitcoin – Blockchain – Boom

          Der jüngste Kursanstieg der Kryptowährung lenkt den Blick auf eine Technologie, die gewaltiges Potential hat: Es geht um sichere Lieferketten, den digitalen Euro und mehr. Ein Gastbeitrag.
          Geht es mit englischen Begriffen leichter? Anti-Rassismus-Demonstration im Juni in Frankfurt

          Debatte über Streichung : Der gefährliche Mythos Rasse

          Der Begriff der Rasse soll aus dem Grundgesetz verschwinden. Geprägt von einem französischen Arzt und Philosophen hat das Wort eine zweifelhafte wissenschaftliche Karriere gemacht – mit mörderischen Folgen. Forscher arbeiten an seinem Ende.
          Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, am 20. November in Troisdorf

          Historische Corona-Analogien : Auch Deutsche unter den Opfern

          Armin Laschet spricht vom härtesten Weihnachtfest der Nachkriegszeit, eine Demonstrantin vergleicht sich mit Sophie Scholl: Helfen mehr Geschichtsbücher gegen die schiefen Bilder?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.