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Flüchtlingsunterkunft, Stufe 2 : Von der Notaufnahme ins Mini-Reihenhaus

  • -Aktualisiert am

Nach der Notaufnahme der Flüchtlinge geht es um ihre längerfristige Unterkunft. Dabei sind Lösungen gefragt, die nicht für die Ewigkeit gedacht sind: Schnell gebaut, billig und für mehrere Nutzungen.

          Die aktuelle Verteilung der Flüchtlinge fordert die eh stark nachgefragten Wohnungsmärkte in Deutschland. Das ist eines der Ergebnisse des Gutachtens „Verteilung der Flüchtlinge in Deutschland“ des Immobilien-Forschungsinstituts Empirica. Das Geschäft mit „bezahlbarem Wohnraum“ wird mit der ansteigenden Nachfrage immer mehr zur Herausforderung.

          Etliche Bauträger und Architekten versuchen mit verschiedenen Konzeptansätzen von dieser Sonderkonjunktur am Bau zu profitieren. Flüchtlinge als „Ankermieter“, dehnbares Baurecht und langfristige Anmietungen der jeweiligen Städte und Kommunen haben momentan Hochkonjunktur. Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel etwa forderte den Schulterschluss zwischen Verwaltung und Immobilienwirtschaft, um den miet- und preisgünstigen Wohnungsbau möglichst schnell anzukurbeln, ohne dadurch Spekulanten zu begünstigen.

          Die Rheinstadt favorisiert nachhaltige Lösungen, sagt Uwe Schierloh, Leiter des Geschäftsbereichs Geschosswohnungsbau des Bremer Bauträgers Interhomes. Gemeint sei damit solides Dauerwohnen im guten Nutzermix als Beitrag zur Integration. Während man im Rheinischen noch Schierlohs Angebot prüft, ist der Immobilienfachmann an der Weser schon ein Stückchen weiter. Im Dialog mit der heimischen Bremer Sozialbehörde habe man das Pilotprojekt „Integriertes Wohnen“ vorangetrieben. Die Vorgaben durch die Sozialsenatorin Anja Stahmann seien ausgerichtet auf eine feste Unterkunft mit Privatsphäre nach der Zeit der Erstunterbringung. Dabei spiele die Überlegung eine Rolle, dass die anerkannten Flüchtlinge Neubürger würden und spätestens nach einigen Jahren in den Wohnungsmarkt eingegliedert werden müssten. Die Stadt sehe dafür Mietverträge mit einer Laufzeit von zehn bis fünfzehn Jahren vor.

          Elf Personen, zwei separate Wohnbereiche, zwei Etagen

          Für die erste Ansiedlung von Flüchtlingen nach der Notunterkunft hält Schierloh auch das Wohnkonzept „Starthomes Duplex“ bereit, das sich innerhalb von vier bis sechs Monaten verwirklichen lasse. Das Grundstück in Bremen-Oberneuland hat die Stadt bereits an den Bauträger Interhomes verkauft. Geplant und teils schon errichtet sind für den „normalen“ Wohnungsmarkt 70 Reihenhäuser, davon 20 als geförderter Wohnungsbau. Speziell für Flüchtlinge kommen 20 Duplex-Reihenhäuser hinzu.

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