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Ferienimmobilien : Statt Aktien lieber ein Ferienhaus

Sechs Betten, Sauna und Ostseeblick: So sieht der deutsche Ferienhaustraum aus. Bild: Ullstein

Früher waren das Strandhaus oder die Berghütte eine Herzensangelegenheit. Heute sind Ferienimmobilien vor allem eine Kapitalanlage. Die Käufer greifen dafür tief in die Tasche.

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          Ob Berge oder Meer, ist nicht nur eine Frage der Vorliebe, sondern auch des Geldes. Während ein Quadratmeter Ferienhaus auf der Nordseeinsel Sylt zwischen 10 000 und 17 000 Euro kostet, ist die gleiche Fläche in Füssen im Ostallgäu schon für 3000 Euro zu bekommen. Das hat ein bislang unveröffentlichter Marktbericht des Maklerhauses Engel & Völkers ergeben.

          Judith Lembke

          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Eines haben jedoch Nord- und Ostsee, Alpenvorland und Bodenseeregion gemeinsam: Wo die Deutschen gerne Urlaub machen, da steigen auch die Preise für Ferienhäuser - mitunter ähnlich steil wie in den Großstädten. Anders als in den Metropolen liegt das jedoch nicht im starken Zuzug begründet, denn Ferienimmobilien werden vor allem als Zweitwohnsitz genutzt. Es liegt daran, dass sich die Motive der Käufer gewandelt haben.

          Bis vor einigen Jahren wurden Urlaubsdomizile vor allem gekauft, um dort selbst die Ferien, das Wochenende oder den Ruhestand zu verbringen. Man kaufte, wo es einem selbst gefiel. Eine gute Vermietbarkeit spielte allenfalls eine untergeordnete Rolle. Diese Zeiten sind vorbei. Mittlerweile nennen Käufer die sichere Kapitalanlage als wichtigsten Grund, warum sie sich für ein Ferienhaus entschieden haben. Euro-Krise, niedrige Zinsen und Turbulenzen an den Börsen verunsichern die Anleger und machen ihnen Appetit auf alles, was aus Stahl und Beton und damit eine vermeintlich solide Geldanlage ist. Das hat Folgen für den Markt, denn Anleger suchen weniger nach individuellem Geschmack aus, sondern nach monetären Aspekten. „Käufer von Ferienimmobilien wägen heute viel stärker ab, ob sich die Investition lohnt. Sie kaufen nicht mehr zwangsläufig da, wo sie selbst am liebsten Urlaub machen, sondern dort, wo es sich am besten vermieten lässt“, sagt Tobias Wann, Geschäftsführer des Ferienhausvermieters Fewo Direkt. Das spricht für eine Immobilie in Deutschland, weswegen vor allem der heimische Markt floriert.

          „Ferienwohnungen und -häuser werden nicht mehr nur nach romantischen Gesichtspunkten ausgewählt, sondern vor allem nach handfesten Kriterien wie Lage oder Qualität des Gebäudes“, sagt auch Kai Enders, Vorstand von Engel & Völkers. Während das charmante Bauernhaus abseits der Urlauberströme allenfalls einen Liebhaber als Käufer findet, stürzen sich alle Interessenten auf die guten Lagen. Denn was sich gut vermieten lässt und damit eine zuverlässige Einnahmequelle bietet, lässt sich klar umreißen. Es muss am besten in einer der beliebten Urlaubsregionen liegen: Häuser an den Meeresküsten, am Bodensee, in den Alpen oder auch im Bayerischen Wald würden überdurchschnittlich gut gebucht, sagt Wann. Am Ort ist die Lage entscheidend. Es sollten nicht mehr als 900 Metern zum Strand sein, Meer- oder Seeblick erhöhen die Begehrlichkeit.

          See- und Bergblick erhöhen die Begehrlichkeit

          Selbstverständlich kosten die Wohnungen an der Promenade auch sehr viel mehr als die Objekte der zweiten oder dritten Reihe. Doch weil Urlauber bereit sind, dafür deutlich mehr zu bezahlen, lohnt es sich auf Dauer. Vor allem gilt: Je besser die Lage und Ausstattung des Hauses ist, desto mehr Wochen im Jahr lässt es sich vermieten. Nach Angaben des Maklerverbandes IVD rechnet sich eine Ferienimmobilie, wenn sie 17 Wochen im Jahr Gäste beherbergt. Dann sind die Einnahmen höher als die Kosten für Kredit und Tilgung sowie den Unterhalt. Die über das Portal Fewo Direkt angebotenen Häuser seien im Durchschnitt 23 Wochen im Jahr ausgebucht, sagt Wann.

          Die höchsten Mieten werden auf Sylt bezahlt, fast 8 Euro je Quadratmeter in der Woche. Die besten Renditen lassen sich aktuell an der Ostseeküste erzielen - hier stehen die Kaufpreise in einem günstigen Verhältnis zur steigenden Beliebtheit bei den Urlaubern. „Nach unserer Erfahrung sind die Häuser an den Stränden auf Rügen und Usedom am gefragtesten, aber auch an der westlichen Ostseeküste gibt es ein stark steigendes Interesse“, sagt Per Arnholm, Geschäftsführer des Ferienhausentwicklers Helma.

          Er rät dazu, beim Kauf eines Urlaubsdomizils auf eine gute Ausstattung zu achten - Häuser mit gewissen Extras lassen sich in der Nebensaison deutlich besser vermieten. Zudem gibt es einen Trend zu größeren Ferienhäusern, etwa 100 Quadratmeter sind ideal. Die perfekte Immobilie beschreibt Arnholm als Haus mit vier bis sechs Betten, Sauna, Whirlpool und Kaminofen sowie guten Parkmöglichkeiten für zwei Autos in direkter Nähe. Eigentlich soll also alles genauso sein wie zu Hause - nur mit Meerblick.

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