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Gartengestaltung : Der 12-Zimmer-Garten

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Ein seltener Moment der Ruhe: Wenn die 800 weißen Tulpen in voller Blüte stehen, dürfen sich die Gärtner auch mal zurücklehnen und staunen. Bild: Fotos: Jens Haentzschel

In Thorsten Ulbrich und Marcus Vogel schlagen Jäger-und-Sammler-Herzen. In ihrem Garten in Solingen können sie das ausleben und haben sich einen Ort voller Überraschungen geschaffen.

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          Es gibt unfassbar glückliche Momente im Leben. Gartenliebhaber zum Beispiel empfinden sie im eigenen mühevoll angelegten und akribisch gepflegten Grün, wenn alles blüht, was blühen muss, und sich die einzelnen Pflanzungen zu einem Gemälde zusammenfügen. Andächtig vor Stolz überfällt einen das Gefühl: Es ist geschafft. Wobei jeder weiß, dass Gärten nie fertig sind und das „Geschafft“ nur ein kurzer Zwischenstopp auf einer langen Reise ist.

          Solche Momente abseits von Hacken, Mulchen, Düngen, Bewässern, Einpflanzen sind rar. Thorsten Ulbrich kennt sie, sein Lebenspartner Marcus Vogel auch. Ihr gemeinsamer Garten in Solingen ist ein kleines Meisterwerk, das sich über Jahre langsam entwickelt hat und immer wieder neue Impulse bekommen wird.

          Die Glücksmomente lassen sich gut über die Saison beschreiben. Im April gibt es Tage, an denen 800 weiße Tulpen stramm wie Soldaten stehen und ein schmales langes Wasserbecken bewachen. Im Juni zeigen sich die 160 Sorten Funkien in üppiger Vielfalt. Auch der Herbst hat solche Lichtblicke, wenn sich Farbkonzepte ablösen und sich die Verfärbungen durch die Gartenräume schlängeln. Selbst im Winter mit Frost und viel Schnee haftet dem Garten etwas Verwunschenes an.

          So spektakulär der Garten Ulbrichs ist, er hat dennoch einen Geheimtippstatus. Die 8000 Quadratmeter Fläche befinden sich an einer der vielen Ausfallstraßen der Klingenstadt Solingen. „Man muss zu uns wollen“, sagt Thorsten Ulbrich. Und man muss wissen, wo man sie findet. Wen es nach Solingen verschlägt, der sollte das Gartenparadies der beiden Männer besuchen. Dort haben zwei Pflanzen-Aficionados ihren Traum vom gärtnerischen Glück ausgelebt. Wer weiß, dass auf den Flächen mal so gut wie nichts an Beeten, Objekten, Raumstruktur vorhanden war, erstarrt vor Ehrfurcht und Bewunderung.

          Zwölf Gartenräume sind zur erweiterten Wohnfläche geworden

          Ulbrich und Vogel sind ständig in Bewegung. Beide haben neben dem privaten Gärtnerdasein noch andere Berufe. Ulbrich ist Florist und Dekorateur, Vogel arbeitet in einem Altenheim. Kennengelernt haben sich beide – passend zur Leidenschaft – online in einem Gartenforum. Vor acht Jahren ist Marcus Vogel dann aus Freiburg im Breisgau ins Bergische Land gezogen. Ihr gemeinsamer Garten ist so etwas wie ein Ausgleich und das Ergebnis von vielen Bewegungen.

          Zwölf Gartenräume sind zur erweiterten Wohnfläche geworden. Jeder Raum hat einen eigenen Stil. Da gibt es den kleinen verträumten Klostergarten mit Backsteinmauer, Eisentor, Gehölzen und Stauden. Um die Ecke winden sich eine Berberitze und eine Eibe ineinander und gestalten zusammen einen sehr dunkel gehaltenen Knotengarten. Ein üppiger Teichgarten mit Seerosen und verspiegelten Kunstobjekten auf der Wasseroberfläche sorgt mit seinem Wasserplätschern für Entschleunigung. Ein prächtiger Torgarten ist erstes Highlight im Eingangsbereich. Nicht fehlen darf ein Hausgarten mit immergrüner Einfassung.

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