https://www.faz.net/-gqe-8fuv9

Kommentar : Mietenirrweg

Hohe Mieten sind den Mietern zwar ein Dorn im Auge, setzen aber die richtigen Anreize für den Neubau von dringend benötigten Wohnungen. Bild: dpa

Mietpreisbremsen helfen nur kurzfristig gegen zu hohe Mieten. In erster Linie verhindern sie den Neubau von Wohnungen, die so dringend gebraucht werden.

          Wer in die freie Preisbildung eingreift, sollte äußerst vorsichtig vorgehen. Das gilt nicht nur für Nagellack oder Brötchen, sondern das zeigt sich auch am Wohnungsmarkt. Seit Anbeginn ist der großen Koalition der Mietanstieg vor allem in Groß- und Universitätsstädten ein Dorn im Auge. Das ist verständlich, weil die Mehrheit der deutschen Haushalte zur Miete wohnt.

          Die Maßnahmen gegen die Mietsteigerungen sind weniger verständlich, denn sie verschrecken Investoren und nützen Mietern kaum. Das zeigt auch der jüngste Gesetzentwurf des Justizministers Heiko Maas (SPD): Er behindert Modernisierungsinvestitionen, weil die Überwälzung an Mieter erschwert wird, und er erschwert Mieterhöhungen, weil der Mietspiegel künftig die Vergleichspreise von acht statt von vier Jahren enthalten soll.

          Damit würde die zweifelhafte Mietpreisbremse noch einmal kräftig verschärft. Derartige Maßnahmen helfen nur kurzfristig und vordergründig, die beträchtlichen Mietsteigerungen zu kappen. Gleichzeitig sind sie geeignet, den Aufschwung im Wohnungsbau wieder abzuwürgen – der gerade eingesetzt hat, weil die steigenden Mieten und Preise den Investoren die richtigen Signale gesetzt haben.

          Michael Psotta

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Erneute Warnstreiks bei der Bahn Video-Seite öffnen

          EVG kündigt Streiks an : Erneute Warnstreiks bei der Bahn

          Bahn-Reisende müssen sich auf Streiks in der Vorweihnachtszeit einstellen. Die EVG erklärte die laufenden Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn für gescheitert. Bereits in den nächsten Tagen ist mit erheblichen Zugausfällen zu rechnen.

          Starke Kritik an Vereinigten Staaten Video-Seite öffnen

          Nach Huawei-Festnahme : Starke Kritik an Vereinigten Staaten

          Am Tag des Treffens zwischen Trump und Jinping ist die Tochter des Huawei-Gründers festgenommen worden. Die „Global Times“ wirft den Vereinigten Staaten vor, auf „einen verabscheuungswürdigen Schurkenansatz“ zurückzugreifen, da sie Huaweis 5G-Marktvorstoß nicht aufhalten könnten.

          Topmeldungen

          Donald Trump : Ein heraufziehender Sturm

          Donald Trump gerät erstmals ins Visier einer amerikanischen Bundesanwaltschaft. Der Präsident bereitet sich auf den Wahlkampf 2020 vor und entlässt auch deshalb wieder einen sogenannten Erwachsenen in der Regierung.

          F.A.Z. exklusiv : SPD will umstrittene Deutsche Umwelthilfe weiter fördern

          Die klagefreudige Deutsche Umwelthilfe entzweit im Streit um Diesel-Fahrverbote die Koalition in Berlin. Während die CDU ihr die Mittel streichen will, hält das SPD-geführte Umweltministerium weiter zu der umstrittenen Organisation.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.