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Deutschland-Plan : So wollen Mieter und Vermieter das Wohnen günstiger machen

  • Aktualisiert am

Weil Innenstadtwohnungen teurer werden, fragen Mieter wieder stärker eher ungeliebte Wohnblocks nach. Bild: dpa

Die Mieten in Ballungsräumen sind mittlerweile ganz schön hoch. Nicht nur arme Menschen können sich das immer schwerer leisten. Ein Bündnis aus Vermietern und Mietern macht einen Vorschlag, wie sich das ändern könnte.

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          Wohnen ist vor allem in Ballungsräumen in Deutschland teuer geworden. Längst klagen nicht nur Studenten darüber, dass sie nicht bezahlbar unterkommen, sondern auch Menschen mit einem normalen Einkommen.

          Ein großes Bündnis, dem sowohl Mieter als auch Vermieter angehören, haben nun einen Plan vorgelegt, wie Wohnen wieder billiger werden kann hierzulande. An drei Stellschrauben wollen das „Verbändebündnis Wohnungsbau“ drehen:

          1. Steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten verbessern: Wer eine Wohnung baut und sie vermietet, kann diese Investition bislang über einen Zeitraum von 50 Jahren steuerlich abschreiben. Zu lang, finden Wissenschaftler des Pestel-Instituts in einer Studie (hier geht es zum Original), auf die sich das Wohnungsbündnis beruft. Denn der technische Anteil an neuen Häusern sei heute viel größer als noch vor vielen Jahren und werde weiter steigen. Das bedeutet: Technik veraltet schneller und damit sinkt der Wert der Wohnungen ebenfalls mit höherer Geschwindigkeit. Deshalb plädieren sie dafür, eine lineare Abschreibung (AfA) von 4 Prozent jährlich einzuführen.

          2. Bauland billiger machen: Dort, wo Mieten und Häuserpreise steigen, verlangen in der Regel auch Grundstücksbesitzer mehr für ihren Boden. Das muss sich nach Ansicht des Wohnungsbau-Bündnisses ändern, denn sonst würden bessere Bau-Rahmenbedingungen womöglich schnell zunichte gemacht. Noch besser sei es, wenn Bauland generell merklich billiger würde.

          3. Günstigere Finanzierungsbedingungen: Die Forscher vom Pestel-Institut haben simuliert, wie sich um einen Prozentpunkt niedrigere Kreditkosten auswirken würden. Auch so könnte aus ihrer Sicht ein Beitrag zu günstigerem Wohnen aussehen.

          Was ergibt sich daraus zusammen? Werden alle drei Maßnahmen kombiniert, könnten die Kaltmieten um 4,14 Euro je Quadratmeter sinken - bei einer 80 Quadratmeter großen Wohnung wären das immerhin mehr als 320 Euro im Monat. Den größten Einfluss habe die geänderte Abschreibungsmöglichkeit, sie trägt der Pestel-Rechnung zufolge 2,63 Euro zum Mietminus bei, ein um ein Viertel reduzierter Baulandpreis wirkt sich demnach mit 57 Cent aus.

          „Neu gebaute Mietwohnungen in Großstädten und Metropolregionen sollen dadurch auch für Durchschnittsverdiener wieder bezahlbar werden“, heißt es in einer Mitteilung des Verbändebündnis Wohnungsbau. Ihm gehören der Deutsche Mieterbund, die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen,  der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau an.

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