https://www.faz.net/-gqe-ad2c3

Studie zu Wohnwünschen : Normierte Träume

Am liebsten ein Haus mit Garten Bild: obs

Die Deutschen träumen vom freistehenden Einfamilienhaus. Doch immer mehr haben Angst, dass ihr Wunsch sich nie erfüllt.

          1 Min.

          Was dem mittelalterlichen Edelmann seine Burg, ist dem pandemiegeplagten Deutschen sein weißer Kubus. Dort kann er sich vor Viren, Nachbarn und anderen Zumutungen verschanzen. Anstatt mit Zugbrücke und Wassergraben hält er sich die Welt mit weiten Rasenflächen auf Abstand. Auch im Innenraum setzt er auf Vereinzelung: Viele Räume stechen offene Grundrisse.

          Judith Lembke
          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Lieber auf dem Land als in der Stadt, lieber mehr Quadratmeter als weniger – Hauptsache, ein frei stehendes Einfamilienhaus mit Garage, Gäste-WC und Garten. So lassen sich die „Wohnträume“ der Deutschen zusammenfassen, die der Baufinanzierer Interhyp in einer repräsentativen Studie erforscht hat. „Deutsche träumen praktisch, pragmatisch, normiert“, kommentiert Interhyp-Vorständin Mirjam Mohr die Tatsache, dass die Befragten in qualitativen Interviews allesamt identische Einfamilienhäuser im „Bauhausstil“ als Traumimmobilien genannt haben.

          Ein sicherer Platz im Leben

          Auch wenn deutsche Bauherren schon vorher nicht für ihre Experimentierfreude bekannt waren: Die Erfahrungen in der Pandemie haben das Sicherheitsbedürfnis noch gesteigert. Einen sicheren Platz im Leben wünschen sich 84 Prozent der Befragten, 97 Prozent ein schönes Zuhause, während Erfolg im Beruf nur etwas mehr als der Hälfte ein Lebensziel ist.

          Weniger Spuren hat die Diskussion um Flächenfraß und Versiegelung angesichts des Klimawandels hinterlassen. Die Zahl derer, die sich ein frei stehendes Einfamilienhaus wünschen, ist auf 65 Prozent gestiegen. 2018 waren es noch 60 Prozent. Besonders interessant ist, dass unter den 18- bis 25-Jährigen der Wunsch nach Sicherheit, Landleben und vor allem Eigentum noch stärker ausgeprägt ist als bei den älteren Befragten.

          Dem Streben steht der nüchterne Blick auf die finanziellen Möglichkeiten angesichts steigender Hauspreise entgegen. „Viele Mieterinnen und Mieter empfinden Torschlusspanik. Sie befürchten, dass sie sich in der angespannten Marktlage kein Eigentum mehr leisten können“, heißt es in der Studie.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die Kanzlerin hält ihren Humor im Zaum. Hier könnte es sich aber um einen Ausbruch von Ironie gehandelt haben.

          Fraktur : Die Sehnsucht der Frauen

          Hat Merkel sich über ihre Geschlechtsgenossinnen lustig gemacht? Oder ist dieser Kontrollverlust ein Anzeichen für das Kohl-Syndrom?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.