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Der Wohn-Knigge : Großverdiener in kleiner Wohnung

  • -Aktualisiert am

Diese Küche muss niemandem peinlich sein – auch wenn das Konto noch so gut gefüllt ist. Bild: plainpicture/brabanski

Uralte Küche und Ikea-Sofa statt Luxusvilla mit Weinkeller: Auch als gut verdienende Anwältin kann man sich in einer Studentenbude wohlfühlen. Doch wann sollte man sich über eine repräsentativere Wohnung Gedanken machen?

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          Seit meinem Studium wohne ich in derselben Einzimmerwohnung. Klein, aber gemütlich mit uralter Küche und Ikea-Sofa. Mittlerweile bin ich Partnerin in einer großen Anwaltskanzlei und meine Freunde meinen, ich müsste wirklich mal in eine repräsentative Wohnung ziehen. Aber eigentlich fühle ich mich in meinem Zuhause wohl. Oder ist es peinlich, wenn man in eine halbe Million verdient und in einer Studentenbude lebt?

          Nö. Peinlich ist das nicht. Ich finde es überaus sympathisch. Ehrlich. Weil es Ihnen gut damit geht. Dazu ist mir kein in der Praxis narrensicheres Karriere-Handbuch bekannt, in dem auf Platz eins der To-do-Liste steht: „Du sollst als Partner einer Anwaltskanzlei in einer Taunusvilla mit verglastem Erlebnis-Weinkeller leben, in dem du deine Geschäftspartner mit Château Cheval Blanc betrunken machst.“ Und keine Angst: Mit Ihrer Schrottküche und dem ausgesessenen Sofa kommen Sie nicht in die Juristenhölle, das verspreche ich Ihnen. Und falls doch, dann treffen wir uns dort und reden über flammensichere Sonnenbrillen. Denn neulich mokierte sich eine Besucherin in unserem Haus, dass in Madame Wohn-Knigges Reich tatsächlich ein Sofa steht, das mehr nach Trampolin für Berner Sennenhunde als nach Mailänder Möbelmesse aussieht.

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