https://www.faz.net/-gqe-7qzz7

BIZ mahnt : Alterung gefährdet die Immobilienpreise

  • Aktualisiert am

Ob sich der Bau noch lohnt? Bild: dpa

In Deutschland steigen die Immobilienpreise. Aber kann das auch so weitergehen? Weil die Gesellschaft altert und schrumpft, gibt es immer weniger Käufer - so warnt die Zentralbank der Zentralbanken.

          Das zunehmende Durchschnittsalter in vielen Industriestaaten wird nach Einschätzung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) künftig wie ein Bremsklotz bei der Entwicklung der Immobilienmärkte wirken. Vor allem in Gesellschaften wie Deutschland oder Japan dürfte der demografische Faktor „den Anstieg der Immobilienpreise in den nächsten Jahrzehnten erheblich bremsen“, hieß es im BIZ-Jahresbericht, der am Sonntag veröffentlicht wurde.

          Die im schweizerischen Basel ansässige BIZ gilt als die „Zentralbank der Zentralbanken“. Sie wurde 1930 ursprünglich dafür gegründet die deutschen Reparationszahlungen nach dem Ersten Weltkrieg an die Siegermächte abzuwickeln. Heute dient sie als Plattform für den Auftausch von Notenbankern in aller Welt und verwaltet zudem in deren Auftrag Teile der globalen Goldreserven. Die BIZ war eine der wenigen Institutionen, die vor der schweren Finanzkrise der Jahre 2007/08 gewarnt hatten. Ihr Jahresbericht, der ebenfalls am Sonntag in Basel publiziert, wurde, gilt unter Fachleuten als eine bedeutende Analyse von Weltwirtschaft, Geldpolitik und Finanzwirtschaft.

          Während die Altersstruktur der Gesellschaft den Immobilienpreisen in früheren Jahrzehnten noch Auftrieb verliehen hatte, dürfte sich die Entwicklung laut BIZ-Experten künftig ins Gegenteil verkehren. „Eine Verschiebung der Altersstruktur der Bevölkerung bedeutet, dass die Nachfrage nach Vermögenswerten, insbesondere Wohneigentum, geringer wird“, hieß es.

          In Deutschland gehen die Ökonomen der BIZ davon aus, dass der demografische Faktor die Entwicklung der Immobilienpreise künftig um etwa 1,5 Prozentpunkte pro Jahr belasten dürfte. Die Bundesrepublik nimmt damit eine der Spitzenpositionen weltweit ein. Nur in Ländern wie Japan oder Korea sollte dieser Faktor noch stärker zu Buche schlagen.

          Noch ist aber von einem Bremseffekt bei den Immobilienpreisen in Deutschland wenig zu spüren. Im Gegenteil: Steigende Preise in den deutschen Ballungszentren sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Wegen der Aussicht auf eine lange Phase mit Mini-Zinsen investieren viele Deutsche ihre Ersparnisse lieber in Häuser oder Wohnungen. Zuletzt hatten die Bundesbank und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vor der Entstehung einer gefährlichen Preisblase am deutschen Immobilienmarkt gewarnt.

          Weitere Themen

          Das Ende der 500-Euro-Scheine Video-Seite öffnen

          Die EZB druckt keine mehr : Das Ende der 500-Euro-Scheine

          Mitte des Jahres will die EZB ihre überarbeiteten großen Geldscheine herausbringen, um auch Fälschern besser Paroli zu bieten. Die Hunderter und Zweihunderter der neuen Serie sind mit innovativen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet.

          Daimler-Betriebsrat falsch gewählt

          Urteil des Arbeitsgerichts : Daimler-Betriebsrat falsch gewählt

          Bei der Wahl in der Stuttgarter Zentrale waren Mitarbeiter aus zwei anderen Standorten dabei. Doch die gehörten nicht zum Betrieb, so das Arbeitsgericht. Das Urteil dürfte auch andere Konzerne aufhorchen lassen.

          Topmeldungen

          Der CO2-Ausstoß beim E-Auto ist um 21 Prozent höher als beim Diesel.

          FAZ Plus Artikel: Debatte um Abgasausstöße : Was zeigt die CO2-Bilanz?

          Große Aufruhr gab es um die veröffentlichte Studie zum CO2-Ausstoß der Elektroautos. Falsche Annahmen und Rechnungen waren der Vorwurf. Warum Elektroautos nicht absichtlich schlechter dargestellt wurden. Eine kurze Stellungnahme.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.