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Streit um Berliner Mieten : Auf den Deckel

  • -Aktualisiert am

Dunkle Wolken ziehen über ein Mehrfamilienhäusern aus der Gründerzeit im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Die Mieten dort sollen für fünf Jahre eingefroren werden. Bild: dpa

Der Mietendeckel in Berlin erhitzt die Gemüter. Doch weder ist jede Mieterhöhung schlecht, noch wird Berlin ohne Sanierungen in Schutt und Asche fallen.

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          Einen kurzen Moment hatte die SPD noch gezögert, doch nun kommt er doch, der Mietendeckel für Berlin. Fünf Jahre lang keine Erhöhungen, dazu eine absolute Mietobergrenze: So hat es der rot-rot-grüne Senat am Dienstag beschlossen. Glaubt man Meinungsforschern, findet die Mehrheit der Deutschen das gut. Kein Wunder, dass die SPD den Mietendeckel jetzt auch bundesweit will.

          Doch die Diskussion der vergangenen Tage zeigt, dass dieses Instrument die Stimmung auf dem Wohnungsmarkt nicht befriedet. Im Gegenteil: Der Eigentümerverband ruft Vermieter noch schnell zu Mieterhöhungen auf, die Politik kontert: nicht mit uns.

          Auf beiden Seiten wird die Wortwahl immer schärfer, aus dem Miteinander ist ein Gegeneinander geworden, über das man nur noch den Kopf schütteln kann. Anders als von der Politik behauptet ist nicht jede Mieterhöhung verwerflich, vor allem, wenn es die Erste seit vielen Jahren ist.

          Umgekehrt wird Berlin auch nicht wie von den Immobilienverbänden prophezeit in Schutt und Asche fallen, wenn einige Jahre etwas weniger saniert wird. Beide Seiten täten gut daran, verbal abzurüsten. Gegenseitige Beschimpfungen lösen die Wohnungsnot nicht.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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