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Stadtplanung und Klimawandel : (K)ein Plan für heiße Zeiten

Kühlt und macht gute Laune. Bild: Wolfgang Eilmes

Dürre, Hitze, Starkregen – Städte können einiges tun, um sich an den Klimawandel anzupassen. Doch nur wenige haben sich darauf eingestellt.

          6 Min.

          Streng genommen, ist das „Grüne Zimmer“ nur ein Kämmerchen im Ludwigsburger Stadtraum. Rund 140 Quadratmeter misst die Wand am Rathausplatz. Doch zu Tausenden sprießen Thymian, Lavendel, Veilchen und andere Pflanzen von allen Seiten aus dem mit Substrat befüllten Metallgestell, vor dem ein von Gärtnerhand arrangiertes Geflecht aus Platanen in den Himmel wächst. Das Laub der Bäume bildet die 40 Quadratmeter große „Zimmerdecke“. An schönen Tagen ist das „Grüne Zimmer“ nichts weiter als ein hübscher Ort, der auf dem Weg über den gepflasterten Platz zum Verweilen einlädt. In Wochen wie diesen aber, in denen die Höchsttemperatur immer wieder die 30-Grad-Marke reißt, wird es für die Passanten zum schattenspendenden Zufluchtsort, an dem es ein wenig kühler ist. Geht es nach Baubürgermeister Michael Ilk, braucht Ludwigsburg daher noch viel mehr kleine grüne Inseln im Häusermeer. Denn die Zukunft der Stadt in der Metropolregion Stuttgart verspricht warm zu werden.

          Birgit Ochs

          Verantwortliche Redakteurin für „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          In gut dreißig Jahren, lautet die Prognose, wird in Ludwigsburg mediterranes Klima herrschen wie heute im südfranzösischen Avignon. Das bedeutet milde Winter und heiße, trockene Sommermonate mit deutlich mehr Tropennächten, in denen das Thermometer mindestens 20 Grad zeigt. Avignon – „das finden manche gar nicht mal schlecht“, weiß Ilk. Mit der Aussicht auf ein Klima wie im Herzen Tunesiens steht es schon anders. Das droht Karlsruhe. Zum Ende des Jahrhunderts rechnen Klimaforscher dort mit mehr als 80 Tagen mit Temperatur von 25 Grad aufwärts.

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