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Neue Häuser : Eine Familiensache

Im Flur, gleich hinter dem Eingang, hängen heute Fotografien, die das Gebäude in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts zeigen. „Als wir mit der Sanierung anfingen, sah es im Grunde so aus, wie auf den Fotos von damals“, erzählt das junge Ehepaar.

Umfangreiche Sanierung

Die Familie hatte entschieden, dass Martina Wetterich Haus und Grund erben solle. Auf diese Weise konnte das kleine Anwesen in Familienbesitz bleiben. Eine Rolle spielte auch, dass man es dem jungen Architektenpaar - Martina Wetterich ist außerdem Schreinerin - zutraute, das Gebäude in Schuss zu bringen und zu erhalten. Die beiden entschieden sich, im Zuge der Sanierung Dach und Fassade in Angriff zu nehmen. Im Innern beschränkten sie sich fast ausschließlich auf den ersten Stock und das Dach. Die Wohnung der Großmutter sollte weitgehend belassen werden, wie sie war. „Ein Umbau mit lauter Neuerung wäre für sie zu viel gewesen“, sagt die Enkeltochter.

Ziel ihrer Sanierung war es, den kleinen, teilweise verwinkelten Räumen einen klareren Zuschnitt und mehr Quadratmeter zu geben. Außerdem sollte mehr Tageslicht als bisher die Räume erhellen. Zudem wollte das Bauherrenpaar den Charakter des Hauses als Fachwerkbau wieder stärker zur Geltung bringen.

Anders als in solchen Fällen oft üblich, wurde das Fachwerk jedoch nicht nach außen hin freigelegt, sondern nur im Innern. Das hat mehrere Gründe: Zum einen sei das Haus immer schon verputzt gewesen, erzählt Ole Wetterich. Zum anderen hätten sie dann eine Innendämmung wählen müssen. Das hätte den Wohnraum weiter verkleinert. Innen haben Wetterichs in ihren Räumen die alten Holzbalken wieder sichtbar gemacht. Wenn die Räume erleuchtet sind, kann man die hölzernen Stützen auch von der Straße aus sehen. „Viele Passanten wundern sich, und manche fragen, ob wir die extra eingebaut hätten“, erzählen die Bewohner.

Es war viel Arbeit, die Balken abzuschleifen. Das Ehepaar hat sie wie viele andere Sanierungsaufgaben auch selbst übernommen. Mehr als 3000 Stunden haben die beiden am Umbau ihres Hauses gearbeitet. Insgesamt dreieinhalb Jahre währte die Bauzeit. Für die Wände wählten sie jenes Material, mit dem die Räume schon zuvor verputzt gewesen waren: Lehm. „Wir wollten so weit wie möglich im System bleiben“, sagt der 36 Jahre alte Familienvater, der seit kurzem unter dem Namen „Typ A Architektenteam“ ein eigenes Büro betreibt.

Mehr als 3000 Stunden Eigenleistung

Über die steile historische Stiege steigt man hinauf in die Wohnung der jungen Familie. Dort verteilen sich die Räume nach dem Umbau wie folgt: Die erste Etage wird von zwei größeren Räumen geprägt, die zu beiden Seiten des Flurs liegen. Er durchzieht das Stockwerk und führt zur nächsten Treppe, über die man in die Dachräume gelangt. Der eine, etwa an die 30 Quadratmeter groß, ist Wohn-, Kamin- und Lesezimmer. Der andere vereint Küche und Esszimmer und grenzt direkt an die große Terrasse im Garten an. Der direkte Zugang war den neuen Hausherren wichtig. Vor dem Umbau mussten die Bewohner stets erst nach unten, zur Haustür hinaus und dann ums Haus herum und den Hang hinauf, wenn sie in den Garten wollten.

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