https://www.faz.net/-ij5-86rf3

Neue Häuser : Mach mehr aus deinem Typ!

Neubau: Gezielt plazierte Öffnungen setzen den Raum ins rechte Licht. Bild: Michael Kretzer

Ein Haus wie viele: aus den fünfziger Jahren, charmant, aber alt und verbaut. Doch mit Fingerspitzengefühl und Können lässt es sich in ein Schmuckstück verwandeln.

          Sie sind der Traum vieler junger Familien in diesem Land: freistehende Einfamilienhäuser in gewachsener Nachbarschaft, am Rand der Stadt gelegen, zugleich jedoch bestens ans Zentrum angeschlossen. Vor allem Siedlungshäuschen aus den fünfziger Jahren mit ihren großzügigen Gärten erfüllen diesen Wunsch nach mehr Platz und Grün, ohne dass man dafür ans Ende der Welt ziehen muss.

          Birgit Ochs

          Verantwortliche Redakteurin für „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          So war es auch bei Carina und Roland Bieber. Vor vier Jahren machten sich die beiden im Großraum Frankfurt auf die Suche nach einem Haus für ihre wachsende Familie. Ein Kind hatten sie, das zweite war unterwegs. Wie das so ist, Angebote gab es, doch kaum eines passte. Und wenn doch, dann lauerte irgendwo ein Haken. Einmal zum Beispiel gefiel ihnen ein Haus, in dem Asbest verbaut war, was die beiden zum Glück rechtzeitig bemerkten. Ein anderes Mal verlangte der Verkäufer ein Drittel des Kaufpreises in bar. Ein solches Geschäft aber kam für die Biebers nicht in Frage. Sie zogen daraus für sich die Lehre, dass gerade weil die Suche eines Eigenheims emotional aufreibend ist, man den Zeitpunkt zum Absprung aus der Verhandlung nicht verpassen darf.

          Schließlich fanden sie ihr heutiges Haus. Der mittlerweile mehr als sechzig Jahre alte Bau, in einer ruhigen Wohnstraße in Bad Homburg gelegen, gefiel ihnen spontan. „Wir dachten sofort, da lässt sich doch etwas draus machen“, erinnert sich Roland Bieber. Doch zunächst bestellten sie einen Gutachter, der die allgemeine bauliche Qualität und einen Feuchteschaden untersuchen sollte. „Dazu kann man nur raten, die paar hundert Euro sind gut investiertes Geld“, sagen die Biebers.

          Im Zweifelsfall einen Sachverständigen fragen

          Beide haben ursprünglich selbst Architektur studiert, arbeiten heute aber in anderen Berufen. Für sie war es selbstverständlich, einen Fachmann hinzuzuziehen. „Der hat in seiner Laufbahn schon 100 Häuser aus den Fünfzigern gesehen und kennt anders als wir deren Eigenheiten und typischen Schwächen“, stellt Carina Bieber klar. Der Gutachter gab Entwarnung. Das Ehepaar kaufte und nahm Kontakt zum Frankfurter Büro o5 Architekten Raab Hafke Lang auf, das ihnen Freunde empfohlen hatten. Denn für die Bauherren stand von Anfang an fest, dass sie das Vorhaben auf keinen Fall selbst in die Hand nehmen wollten. Es folgten Wochen intensivster Auseinandersetzung mit den Architekten über den Altbau und die Möglichkeiten, die er bot.

          Ganz einfach war die Ausgangslage nicht: Das zweigeschossige Haus ist in Hanglage gebaut. Der Eingang liegt im Süden zur Straße hin, das Kellergeschoss dagegen ebenerdig zum Garten im Norden. Wie meist bei diesen Häusern wünschen sich die neuen Bewohner einen Anbau, um mehr Platz und ein großzügigeres Raumgefühl zu gewinnen. Für o5-Architekt Ruben Lang stellten sich daher zwei zentrale Fragen: Welche baulichen Vorzüge des Altbaus können erhalten, ja durch die Sanierung womöglich besser herausgearbeitet werden, und wie bringt man genügend natürliches Licht in den gen Norden ausgerichteten neuen Teil?

          Weitere Themen

          Diese Häuser können sich sehen lassen

          Kandidaten gesucht : Diese Häuser können sich sehen lassen

          Um im Einerlei des Neubaus zu bestehen, braucht es nicht Größenwahn, sondern Ambition und Können. Für unsere FAZ.NET-Reihe „Neue Häuser“ suchen wir gelungene Beispiele – auch im Bestand.

          60 Satelliten auf einmal ins All Video-Seite öffnen

          Internet 2.0 von SpaceX : 60 Satelliten auf einmal ins All

          Die erdnahen Trabanten stellen die erste Stufe eines geplanten Netzwerks des Internetdiensts Starlink dar, das Hochgeschwindigkeits-Internet für zahlende Kunden auf der ganzen Welt zur Verfügung stellen soll. Starlink ist ein Projekt des Unternehmers Elon Musk.

          Topmeldungen

          Angst vor Populisten und der Wunsch nach einer anderen Klimapolitik haben die Menschen in Europa an die Wahlurnen getrieben.

          Die EU hat gewählt : Europas Ängste

          Zu wenig Klimaschutz, zu viel Nationalismus: Wegen dieser Sorgen haben sich viel mehr Bürger an der Europawahl beteiligt. Nicht in allen Ländern wurden die Rechtspopulisten jedoch ausgebremst.

          Europawahl : Volksparteien verlieren Mehrheit im Parlament

          Im Europaparlament werden Christ- und Sozialdemokraten sich erstmals einen Partner suchen müssen. Die Rechte geht aus der Wahl gestärkt hervor, aber die eigentliche Überraschung liegt woanders.
          Ministerpräsident Alexis Tsipras

          Schon Ende Juni : Neuwahl in Griechenland

          Weil seine Regierungspartei Syriza bei der Europawahl schlecht abgeschnitten hat, geht Ministerpräsident Alexis Tsipras in die Offensive: Im Juni soll ein neues Parlament bestimmt werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.