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Neue Häuser : Mach mehr aus deinem Typ!

Welche Vorzüge hat der Altbau?

Mit den Biebers war er sich einig, dass die Raumstruktur im Obergeschoss des Altbaus mehr oder weniger so belassen werden sollte, wie sie war, und im Dachgeschoss zwei größere Zimmer für die Kinder entstehen sollten. Auf diese Weise hat nun jedes der mittlerweile drei Kinder sein eigenes Zimmer. „Diese Räume wie auch das Schlafzimmer müssen nicht übermäßig groß sein, Hauptsache, jeder hat in Zukunft einen Platz, an dem er mal für sich sein kann“, sagt Roland Bieber. Denn derzeit schlafen die Kinder noch in einem gemeinsamen Raum.

Zu den prägenden Elementen des Hauses gehört die schlichte, aber schöne Holztreppe, die gleich vom Eingang des Hauses nach oben führt. Sie ebenso wie das alte Parkett zu erhalten war für alle Beteiligten keine Frage. „Heute würde man eine Treppe nicht mehr so bauen“, merkt Architekt Lang an. „Aber wenn man sich mit einem Bestandsgebäude auseinandersetzt, geht es immer um die Frage, welche Ressourcen das Haus mit sich bringt, die wir in der Zukunft nutzen können. Wenn man alles anders haben will, dann kann man letztlich auch gleich neu bauen.“

In seinem Entwurf hat er den kleinteiligen Räumen des Siedlungshäuschens einen einzelnen großen Raum als Erweiterung gegenübergestellt. Die „Halle“, wie die Hofmans den neuen Teil scherzhaft nennen, bringt eine Offenheit, die dem alten Haus fehlte. Der Anbau aber, und das hebt ihn von der Mehrzahl all jener neuen Trakte ab, um die für gewöhnlich alte Häuser erweitert werden, ist das Ergebnis so durchdachter wie gelungener Planung. Denn das Büro o5 hat nicht einfach einen neuen großen Raum mit den üblichen Glasfronten geschaffen. Vielmehr haben die Architekten die Hangsituation geschickt ausgenutzt, so dass man die „Halle“ von oben betritt - und sie dadurch in ihrer vollen imposanten Höhe von mehr als 5 Metern erleben kann.

Eine „Mehrzweckhalle“ für die ganze Familie

Ins Haus selbst gelangt man durch den Eingang an der Straße. Ein Flur führt zur Wohnküche und weiter zum Essbereich. Anders als im Obergeschoss wurden hier Wände weggenommen, um fließende Übergänge zu schaffen. Über ein bodentiefes quadratisches Fenster öffnet sich der Raum hin zum Anbau. Anders als man erwarten könnte, reicht der Blick jedoch nicht hinaus ins Freie. Das hatte den Bauherren anfangs nicht behagt. Doch Lang warb für eine andere Lösung. „Klar, das Haus muss sich zum Garten öffnen, aber ebenerdig“, sagt er. Effektiver für die Belichtung als ein Riesenfenster zum Garten hin ist die gewählte Variante, den Raum durch ein Oberlichtband zu erhellen. Durch dieses kommt den ganzen Tag Licht auf die Nordseite des Hauses. Besonders schön ist es, wenn die Morgensonne ihre Strahlen in die „Halle“ schickt. „Wir sind froh, dass wir da auf den Architekten gehört haben“, gesteht Roland Bieber im Rückblick.

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