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Klug gestapelt am Dorfrand

Von JUDITH LEMBKE, Fotos von STEFAN MEYER

29. September 2020 · Der Neubau einer Familie in Unterfranken zeigt, wie man mit flexiblen Grundrissen und langlebigen Materialien ein Haus für Generationen baut.

Eigentlich sollte der befreundete Architekt Stefan Schlicht nur einen kurzen Blick auf den Entwurf der Bauherren werfen. Viele Sonntagnachmittage hatten Daniel Dahinten und seine Frau Christin bis dahin damit verbracht, ihr Traumhaus zu entwerfen. Am Ende war etwas herausgekommen, was der Tragwerksplaner und Architekturliebhaber Dahinten im Rückblick selbst als Wolpertinger bezeichnet oder mit den Worten seines Freundes Schlicht: „Da steckten zwar gute Ideen drin. Aber insgesamt zu viel von allem.“ Zu viele unterschiedliche Gestaltungselemente in der Fassade, zu viele verschiedene Materialien, zu viel Innovationsfreude, von der Dahinten reichlich besitzt.

Das Obergeschoss springt hervor und schützt den unteren Wohnraum vor zu viel Sonne.
Das Obergeschoss springt hervor und schützt den unteren Wohnraum vor zu viel Sonne.

Der Architekt präsentierte den Freunden daraufhin einen eigenen Entwurf. „Am Anfang waren wir zwar geschockt, weil wir so viel Arbeit und Herzblut investiert hatten. Aber Stefans Konzept hat uns schnell überzeugt“, sagt das Ehepaar heute unisono. Schlicht nahm die Wünsche der Bauherren auf: Ein offener Wohn-EssBereich, der den Familienmitgliedern trotzdem Rückzugsmöglichkeiten lässt. Ein einfacher, zur Sonne ausgerichteter Baukörper. Weit gespannte Decken. „Ich habe das Konzept stark vereinfacht“, sagt der Architekt. Die Entschlackung gab dem Entwurf nicht nur eine klare Richtung, sondern sorgte auch dafür, dass der Bau 100000 Euro günstiger wurde.

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