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Das Gebäude nimmt die Firstlinie des Nachbarhauses auf (oben). Die Fassade ist aus schwarz gefärbter Weißtanne.


Selbst sind die Bauherren

Von JUDITH LEMBKE
Fotos: LUCAS BÄUMLE

22. Dezember 2021 · An diesem Einfamilienhaus nahe Aschaffenburg haben die Bewohner nicht nur mitgebaut, sondern auch den nachhaltigen Baustoff Holz groß rausgebracht.

Eigentlich hegten Katja und Jens Ewich gar nicht diesen Neubau-Traum, den viele Paare anfangen zu träumen, wenn aus ihnen eine Familie wird. Am liebsten hätten sie sich in Aschaffenburg, wo sie damals lebten, ein altes Fachwerkhaus nach ihren eigenen Vorstellungen hergerichtet.

Aber die Kaufpreise für sanierungsbedürftige Preziosen waren so hoch, dass der Umbau unbezahlbar gewesen wäre. Die beiden sind vom Fach und machten sich darüber keine Illusionen, wie teuer eine Altbausanierung werden kann.

Als ihnen dann ein Baugrundstück im unterfränkischen Hösbach angeboten wurde, mussten sie deshalb nicht lange überlegen. Der Ort und das Viertel waren beiden wohlbekannt: Katja ist im Nachbarhaus aufgewachsen. Es ist ein Neubaugebiet aus den achtziger Jahren, mit sehr gemischter Bebauung. Einen einheitlichen Stil sucht man vergeblich. „Hier hat jeder Nachbar versucht, den anderen mit Gaube, Erker oder Türmchen zu übertrumpfen“, beschreibt Jens Ewich.

In diesen Wettbewerb wollten die Innenarchitektin und der gelernte Schreiner nicht eintreten. Statt einer weiteren Villa im Toskana-Stil oder eines griechischen Portikus orientierten sie sich an den Gebäuden, die für die Region typisch sind: fränkische Häuser mit wenig Dachüberstand und einem Keller, der mehr als üblich aus dem Erdreich herausguckt.

Eine zweite Maßgabe für den Entwurf war, sich auf wenige, aber möglichst langlebige Materialien zu beschränken: Die Wahl fiel auf Beton und vor allem Holz. Neben den ökologischen Qualitäten des Baustoffs spielte vor allem die Aussicht, viel Eigenleistung zu erbringen, eine Rolle. „Als Schreiner konnte ich fast alle Holzarbeiten selber machen“, sagt Jens Ewich. Nach seiner Lehre absolvierte er noch eine Ausbildung zum „Gestalter im Handwerk“ und arbeitete wie seine Frau Katja, eine Innenarchitektin, jahrelang in Architekturbüros.

Decken und Wände in Erd- und Obergeschoss sind mit Fichtenholz verkleidet.
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