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Neue Häuser gesucht : Das maßgeschneiderte Eigenheim (Teil1)

Bild: Andreas Weishaupt

Es gibt gute Gründe, den Hausbau mit einem eigenen Architekten zu wagen. Zum Beispiel, weil ein individuell geplantes Haus vom Fachmann mehr Qualität verspricht. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und FAZ.NET suchen wieder Kandidaten für die Serie „Neue Häuser“.

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          Sie sind die Raritäten unter den Neubauten: individuell geplante Ein- und Zweifamilienhäuser vom Architekten, die unter der Regie des Planers errichtet werden. Wie hoch der Anteil dieser Unikate am Neubau ist, beziffert keine Statistik – nicht zuletzt weil die Abgrenzung schwerfällt. Denn Architekten arbeiten auch im Auftrag von Schlüsselfertiganbietern und liefern Entwürfe, die Holzfertigbauer für die Kunden umsetzen. Klar ist, dass das Gros derer, die sich für ein neues Eigenheim entscheiden, beim Bauträgerangebot zugreift. In der Baubranche wird geschätzt, dass deren Anteil am Neubau bei zwei Dritteln liegt. „Nur 15 bis 20 Prozent entfallen auf Architektenhäuser“, sagt Thomas Welter, der die Geschäfte des Bundes Deutscher Architekten (BDA) führt.

          Birgit Ochs
          Verantwortliche Redakteurin für „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Den Hausbau gemeinsam mit einem eigenen Planer zu wagen, erscheint vielen als zu großes Abenteuer. Sie wollen ihre Nerven schonen, Zeit sparen, vor allem aber verbindlich und möglichst sofort wissen, wie viel Haus sie für eine Summe X bekommen. In der Hektik des Alltags ist so mancher schon zufrieden, wenn er seine individuellen Wohnwünsche bei der Auswahl des Fußbodenbelags, der Wandfarbe und der Küchenzeile ausleben darf. Die Vorstellung, von der Grundstückssuche bis zum Einzug mit gefordert zu sein, wirkt abschreckend. Es ist einfacher Hauskäufer als Bauherr zu sein.

          „08/15 wollte ich nicht“

          Einige reizt gerade das. Gordon Wieland zum Beispiel: Der Esslinger ist Philatelist, ein professioneller Briefmarkenkenner und Auktionator. Als solcher hat er beruflich mit dem Baugewerbe nichts zu tun, persönlich aber ein Faible für Architektur. „Räume haben immer eine Wirkung, aber nicht jeder spürt sie gleich stark; auf mich wirken sie vielleicht mehr als auf andere“, hat er beobachtet. Für ihn sei daher nur der Hausbau mit einem eigenen Architekten in Frage gekommen. „08/15 wollte ich nicht.“Spricht man mit Wieland, über seine Entscheidung Bauherr zu werden, dann fällt immer wieder das Wort Qualität. „Wir wollten etwas haben, das zu uns passt, ein Haus mit offenen Räumen.“

          Das haben die Wielands bekommen – konsequenter, als sie es sich anfangs vorstellen konnten. Der Esslinger Architekt Stefan Bräuning plante für das Paar ein Ein-Raum-Haus aus Sichtbeton mit 200 Quadratmetern Wohnfläche, die sich über drei Ebenen erstreckt. Unten, wo es am kühlsten ist, schlafen die Bewohner. Darüber ist Raum für Sport, Wellness und das Bad. Direkt vom Eingang aus zu erreichen, befindet sich die Küche mit Essplatz. „Auch ohne trennende Wände gelangen Besucher von sich aus über diese Ebene nicht hinaus in die privateren Räume“, lobt Wieland. Gekrönt wird der Innenraum durch ein Kaminpodest, von wo aus man auf die darunter liegenden Räume blicken kann.

          Blick der Bauherren schärfen

          Das Haus ist das Ergebnis intensiver Auseinandersetzungen. Wieland wollte ein Betonhaus, weil er die Ehrlichkeit des Materials schätzt, wie er sagt. Und einen offenen Grundriss. Ein erster, schon baureifer Entwurf von Bräuning wurde verworfen. Im Laufe der Planungsphase hätten sich die Bauherren von der Vorstellung gelöst, die Etagen hermetisch trennen zu müssen, erinnert sich der Architekt.

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