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Neue Häuser : Wohnen in der Panzerhalle

Bild: Kaufhold, Marcus

Zunächst schien es ein Flop: Als Regina Krejcirik und Christian Engel Mitstreiter suchten, um aus einer verlassenen Halle in Trier ein Wohnhaus zu machen, ernteten sie nur Absagen. Doch dann entfaltete die Idee vom Loftwohnen ihren Reiz.

          Die Laufkatze hat sich schon lange nicht mehr gerührt. Mächtig thront sie in gut fünf Meter Höhe auf schwarzen Stahlschienen. Es ist schon eine kleine Ewigkeit her, dass sie die Halle durchquert hat, um an ihrem Haken Motoren oder andere Bauteile zu transportieren. Nun hängt das tonnenschwere Relikt vergangener Tage unübersehbar in der Loftwohnung von Regina Krejcirik und Christian Engel. Ob am Esstisch, in der Küche oder auf der Hochebene - der Laufkatzenkran erinnert die beiden stets daran, was ihr Loft einst war: eine Panzerreparaturwerkstatt.

          Birgit Ochs

          Verantwortliche Redakteurin für „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die hatten Anfang der fünfziger Jahre französische Streitkräfte auf dem Trierer Petrisberg gebaut. Nicht aus Fertigteilen, sondern aus Beton, der vor Ort verschalt und gegossen wurde, was ihm einen handwerklichen Charme verleiht. Dem Architektenehepaar Krejcirik und Engel fiel er gleich auf, als es die Halle zum ersten Mal betrat. Das war 2004. Die französischen Truppen waren abgezogen, und in Trier stand die Landesgartenschau bevor, in deren Anschluss aus dem einstigen Kasernenstandort Petrisberg ein Modellstadtteil zum Wohnen und Arbeiten werden sollte.

          „Der Bau hat uns von Anfang an fasziniert“, sagt Regina Krejcirik. Obwohl in ihm schweres Gerät ein- und ausgefahren war, wirkt das Gebäude mit einer Höhe von mehr als acht Metern und einer Grundfläche von 17 mal 30 Metern samt dem etwas flacheren Anbau an der Rückseite keineswegs wuchtig. Schon gar nicht verschlossen. Das lag nicht zuletzt an den gut proportionierten, großen Fensteröffnungen in der oberen Hälfte der Halle, die von Norden und Süden Licht ins Innere brachten und deren Unterteilung durch feine Metallrahmen dem Bau jene Leichtigkeit gab, die für die Architektur der Nachkriegsmoderne so charakteristisch ist. Für Krejcirik und Engel war klar, dass dieser steinerne Zeitzeuge jede Menge Potential für ein ungewöhnliches Wohnhaus bot.

          Steinerner Zeitzeuge mit Potential

          Es sollten allerdings noch Jahre vergehen, bis sich die Panzerhalle verwandelte. Zwar hatten die Architekten mit ihrem ersten Konzept zum Loftwohnen bald die für den Petrisberg zuständige Entwicklungsgesellschaft überzeugt. Ein Flop aber schien das Vorhaben zunächst trotzdem: Denn Bauherren, die das Vorhaben mit ihnen gemeinsam anpacken und das Grundstück kaufen wollten, fanden die Initiatoren vor neun Jahren nicht.

          Lofts waren um 2005 in Deutschland ziemlich neu. „In Trier konnte man damit noch niemanden locken, das war zu früh“, sagt Christian Engel im Rückblick. Auch ihre Freunde Ruth und Marlon Touysserkani gaben den Planern einen Korb, obwohl die beiden auf der Suche nach einem neuen Zuhause für sich und ihre beiden Töchter waren. „In einer ehemaligen Panzerwerkstatt zu wohnen war damals für uns noch unvorstellbar“, gesteht Marlon Touysserkani.

          Das änderte sich, auch weil das Ärzteehepaar trotz ausdauernder Suche kein passendes Haus in Trier fand. Zunehmend dachte es an die Panzerhalle als verpasste Chance. Weil sich keine Baugemeinschaft gefunden hatte, war mittlerweile ein Investor ins Spiel gekommen, der nach dem Willen der Entwicklungsgesellschaft die Umnutzung der brachliegenden Werkstatt vorantreiben sollte.

          Zu früh für Trier

          Doch auch er war erfolglos, und so waren mit einem Mal wieder Regina Krejcirik und Christian Engel diesmal zusammen mit der Familie Touysserkani, am Zug - und entschlossen, die Halle samt Grundstück zu kaufen. Notfalls auch nur zu viert. Doch nachdem die beiden Ehepaare das Projekt auf einem Sommerfest im Neubaugebiet vorgestellt hatten, stand das Telefon im Architekturbüro nicht mehr still. Binnen einer Woche meldeten sich 100 Interessenten. Weit mehr, als für das Projekt nötig.

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