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Luxuswohnungen : Frankfurt im Höhenrausch

Deutsche Millionenstädte können davon nur träumen

"Wir erleben gerade einen radikalen Imagewandel - das betrifft sowohl Frankfurt als auch das Wohnhochhaus", urteilt Thomas Zabel, Chef des Maklerunternehmens Zabel Property GmbH, angesichts des Booms. Während man in den wirklichen Großstädten des Landes, in Berlin, München und Hamburg aus unterschiedlichsten Gründen beim Thema Hochhausbau im Klein-Klein steckenbleibt, baut das nur etwas mehr als 730.000 Einwohner zählende "Mainhattan" sein Alleinstellungsmerkmal konsequent aus. Frankfurt ist die einzige deutsche Stadt mit einer Skyline. Die zehn höchsten Hochhäuser des Landes stehen hier.

Die Nassauische Heimstätte hat das Wohnhochhaus Praedium im Europaviertel gebaut.

Der Überblick fällt angesichts der Vielzahl an Projekten schwer. Von den Profis aus der Immobilienbranche abgesehen, erfasst kaum jemand die Dimension der aktuellen

Entwicklung. Selbst im Stadtplanungsamt kann man mit einer offiziellen Übersicht über die Neuzugänge nicht dienen. Allerdings hält man dort die Auflistung des Immobilienvermittlers Jones Lang LaSalle für zutreffend. Der hat achtzehn Gebäude dieser Art gezählt - darunter etliche, die die 100-Meter-Marke lässig übertreffen. Mindestens vier erreichen mit mehr als 150 Metern gar Wolkenkratzerformat.

Reiner Wohnturm mit einer Höhe von 173 Metern

Zu ihnen zählt der Grand Tower, der gerade zwischen Bahnhof und Messe am Beginn des neuen Stadtteils Europaviertel entsteht. Als reiner Wohnturm mit einer Höhe von 173 Metern wird er nicht nur Frankfurts, sondern auch Deutschlands höchstes Gebäude dieser Art. Kurzfristig jedenfalls, denn am Ort wächst die Konkurrenz schon nach. Auf seinen 47 Etagen entstehen mehr als 400 Wohnungen. Keine zehn Stockwerke ist der Bau bislang hoch, doch 80 Prozent der Wohnungen sind nach Angaben des Maklers verkauft - zu Preisen von im Schnitt 10.000 Euro je Quadratmeter. Zum Vergleich: Der Gutachterausschuss der Stadt hatte ermittelt, das Hochhauswohnungen im Durchschnitt zuletzt 7000 Euro und damit 2000 Euro mehr als normale Neubauwohnungen gekostet haben. Makler Zabel sagt: "Weniger könnte das aber gar nicht sein, Sie haben ja schon 4700 bis 5000 Euro reine Nettobaukosten je Quadratmeter, dazu kommen noch die Grundstückskosten."

Der Omniturm im Bankenviertel soll Arbeiten, Wohnen und Leben in einem Hochhaus verbinden.

Wer sich das leistet? Vor allem Käufer aus dem Ausland, darunter viele Chinesen. Man habe dieses Projekt speziell auf die Bedürfnisse einer internationalen Klientel zugeschnitten, bekennt der Vermittler. "Wobei die spannendere Frage ja ist, wer will da einziehen?" Ein zugegeben nicht repräsentativer Einblick offenbart Vielfalt: Da ist ein Unternehmerpaar aus Süddeutschland, das auf Reisen immer gerne in Hoteltürmen abgestiegen ist und nun im Ruhestand vom Hochhausleben mit Taunusblick träumt. Zwei Brüder, von denen einer Mitglied der griechischen Fußballnationalmannschaft ist, wollen gemeinsam in den Wohnturm ziehen. Auch ein junger Banker, derzeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten tätig, hat vor, im Grand Tower mit internationalem Flair zu wohnen, wenn er in naher Zukunft in seine Heimatstadt zurückkehrt. So ein Angebot, wie er es aus dem Ausland kenne, habe er zu Hause bisher vermisst, erzählt er.

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