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Feriendomizil in den Bergen : Bauboom am Großvenediger

  • -Aktualisiert am

So lagen die Quadratmeterpreise für Wohnungen in Kitzbühel dem Analystenhaus Bulwiengesa zufolge zuletzt bei 11 270 Euro. Im eine halbe Autostunde entfernten Fieberbrunn war der Quadratmeterpreis weniger als halb so hoch. Noch deutlicher werden die Unterschiede bei den Baulandpreisen: Statistik Austria zufolge kostete der Quadratmeter in Kitzbühel im vergangenen Jahr durchschnittlich 1520 Euro - mehr als siebenmal so viel wie durchschnittlich in Fieberbrunn.

225.000 Euro, Minimum

Das Immobilienunternehmen Kristall Spaces errichtet dort ein "All-Suite Resort" mit 36 Apartments. Die Quadratmeterpreise beginnen bei 4500 Euro. Eine Zweizimmerwohnung, möbliert inklusive Küchenausstattung im oberen Preissegment, Flachbildfernseher und W-Lan, kostet nach derzeitigem Stand 225 000 Euro, Minimum. Die Hälfte der Wohnungen des voraussichtlich in einem Jahr bezugsfertigen Projekts ist verkauft. Die Objekte werden mit komplettem Vermietungsservice angeboten, nicht nur, um den Anlegern größtmögliche Sorglosigkeit zu gewährleisten: So sollen sich Investoren rechtlich auf der sicheren Seite fühlen, denn in Österreichs Bundesländern gelten teils strenge Zweitwohnsitz- und Ferienimmobilienregelungen.

Damit will die Politik einerseits Geistersiedlungen in Skigebieten vermeiden, die einen Großteil des Jahres verwaist sind. Andererseits sollen Gemeinden vor dem "Ausverkauf" bewahrt werden und davor, dass die Einheimischen für eine überdimensionierte Infrastruktur bezahlen müssen. Denn eine Kläranlage, die auf 40 000 Menschen in der Hochsaison ausgelegt ist, wird für 2000 dauerhaft im Ort lebende Menschen ziemlich teuer.

Gerade in hochtouristischen Bundesländern wie Tirol hat das Thema an Brisanz gewonnen - so sehr, dass einzelne Makler und Notare gar nicht darüber sprechen wollen und wenn, dann bitte keinesfalls zitiert werden möchten. Maximal dürfen dort in einer Gemeinde 8 Prozent der Wohnungen als Freizeitwohnsitze ausgewiesen sein. Ob diese unbeschränkt verkehrsfähig sind, also etwa vererbt werden dürfen, hängt wiederum von weiteren behördlichen und genehmigungsrechtlichen Aspekten ab. Beim herkömmlichen Immobilienkauf darf das Objekt entweder ausschließlich als Kapitalanlage genutzt werden, oder der Erstwohnsitz muss in Tirol liegen.

Im Salzburger Land, zu dem Neukirchen am Großvenediger gehört, gelten seit diesem Januar verschärfte Raumordnungsgesetze, die für Zweitwohnsitze 2019 wirksam werden. "Damit stellt der Gesetzgeber klarer als bisher, wo und für wen Zweitwohnsitzregelungen gelten", erklärt der Notar Lorenz Reitstätter aus Zell am See. "Auch ein Österreicher, der in einer Gemeinde einen zusätzlichen Arbeitsort anmelden möchte, fällt nun in den über die touristische Nutzung hinausgehenden erweiterten Zweitwohnsitz-Begriff." Liege ein Objekt außerhalb eines ausgewiesenen Zweitwohnsitzgebiets, würden künftig die strengen Regeln und Einschränkungen des Raumordnungsrechts gelten. Chalet-Siedlungen, an denen Käufer Miteigentum erwerben, werden als Vermietungsbetrieb eingestuft; damit sei allerdings jegliche Eigennutzung ausgeschlossen, stellt Reitstätter klar.

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