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Baurecht : Woran die Nachverdichtung häufig scheitert

  • -Aktualisiert am

Geht nicht immer so glatt: Aufstockung um zwei Etagen in der Platensiedlung in Frankfurt Bild: dpa

Wer sein Gebäude aufstocken will, steht oftmals im Konflikt mit uralten Bebauungsplänen. So wird Wohnungsbau verhindert. Im Städtebaurecht ließe sich zwar mit wenig Aufwand viel erreichen – doch diese Chance wird vertan.

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          Folgender Fall zeigt prototypisch, woran die Nachverdichtung im Wohnungsbau praktisch häufig scheitert. Er spielt in einem nicht gentrifizierten Stadtteil von Frankfurt. Der potentielle Bauherr besitzt dort ein Mehrfamilienhaus. Das viergeschossige Gebäude wurde etwa 1920 errichtet und ist zu einem günstigen Zins vermietet. Der Eigentümer plant die Aufstockung des Gebäudes um ein Dachgeschoss. Dort sollen Mietwohnungen im Umfang von insgesamt 350 Quadratmetern entstehen. Die Netto-Kaltmiete soll bei 10 bis 12 Euro je Quadratmeter liegen.

          Städtebaulich fügt sich das Vorhaben in die Eigenart der näheren Umgebung ein. Es könnte damit nach Paragraph 34 des Baugesetzbuchs genehmigt werden. Das hilft dem Bauherrn aber nicht. Bedauerlicherweise gilt für das Grundstück ein Bebauungsplan aus den siebziger Jahren. Dieser setzt eine Geschossflächenzahl (GFZ) von 1,1 fest. Die GFZ gibt an, wie hoch das Verhältnis der gesamten Fläche aller Geschosse zur Größe des Baugrundstücks maximal sein darf. Bei alten Plänen, die vor 1990 erlassen wurden, werden die Flächen von Dachgeschossen mitgerechnet. Hier liegt die GFZ des bestehenden Altbaus bei gut 2,0. Durch die geplante Aufstockung würde sich die GFZ auf einen Faktor von mehr als 2,5 erhöhen.

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